Grundsteuer

Grundsteuer 2022 – Alles was Sie jetzt wissen müssen

Warum die neue Grundsteuer?

Im April 2018 hatte das Bundesverfassungsgericht die bisherige Bewertung von Immobilien für Zwecke der Grundsteuer als verfassungswidrig erklärt.

Auslöser war die Klage eines Steuerzahlers. „Das Festhalten des Gesetzgebers an dem Hauptfeststellungszeitpunkt von 1964 führt zu gravierenden und umfassenden Ungleichbehandlungen bei der Bewertung von Grundvermögen, für die es keine ausreichende Rechtfertigung gibt.“ Mit dieser Begründung hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts die Vorschriften für verfassungswidrig erklärt.

Nach dem durch den Bund im Dezember 2019 verabschiedeten Gesetz erfolgt die Bewertung für Zwecke der Grundsteuer – soweit es sich nicht um Land- und Forstwirtschaftliches Vermögen handelt – nach einem wertabhängigen Modell in Form eines Ertrags- und Sachwertverfahrens. Diese Regelung wurde während des Gesetzgebungsverfahrens lange diskutiert, sodass der Bund am Ende den Bundesländern die Möglichkeit eingeräumt hat von diesem Modell abweichen zu können, da die Grundsteuer den Städten und Kommunen der jeweiligen Länder zusteht. Während sich im Norden die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen für die Ermittlung nach der Regelung des Bundes entschieden haben, gibt es in den Bundesländern Hamburg und Niedersachsen wie auch in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg eine Regelung nach Landesrecht. Das verdeutlicht die Komplexität, da Eigentümer von Immobilien in mehreren dieser Bundesländer den für das jeweilige Objekt zu ermittelnden Grundstückswert nach unterschiedlichen Regelungen ermitteln müssen.

Mit öffentlicher Bekanntmachung des Bundesfinanzministeriums der Finanzen vom 30. März 2022 wurde alle Eigentümer von Immobilieneinheiten aufgefordert, eine Steuererklärung für jedes in ihrem Eigentum stehenden Grundstücke bis zum 31. Oktober 2022 in elektronischer Form abzugeben.

 

Wie wird der Wert ermittelt?

Die Ermittlung der Grundstückswerte hängt von der Art des Grundstücks ab.

Im Bundesmodell (gilt für Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen, im Norden aber nicht für HH und Niedersachsen) gibt es bei der Bewertung Unterschiede für

  • unbebaute Grundstücke (Bestimmung des Wertes anhand der Fläche und der Bodenrichtwerte, die vom entsprechenden Gutachterausschuss ermittelt werden)
  • bebaute (Wohn-)Grundstücke (Bestimmung des Wertes nach einem typisierenden vereinfachten Ertragswertverfahren mit Einbeziehung einer von Lage und Alter abhängigen fiktiven Nettokaltmiete und dem aktuellen Bodenrichtwert)
  • bebaute Nichtwohngrundstücke, insbesondere gewerblich genutzte Grundstücke, die keine Wohnungen sind (Bestimmung im Sachwertverfahren durch Einbeziehung des aktuellen Bodenrichtwertes und Gebäudesachwertes unter Berücksichtigung von Alter und Normalherstellungskosten für diese Art von Gebäuden)

Alle erforderlichen Angaben und Informationen, aus denen sich am Ende der für die Grundsteuer zu ermittelnde Grundstückswert ergibt, sind in der entsprechenden Steuererklärung für jede einzelne wirtschaftliche Einheit zu berücksichtigen, damit das Finanzamt den Grundstückswert sowie den Steuermessbetrag für Zwecke der Grundsteuer auf den 1. Januar 2022 festsetzen kann.

Die Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung sowie Ermittlung des Grundstückswertes ergibt sich für jede Immobilie bzw. für jede wirtschaftliche Einheit. Maßgebend ist dabei der rechtliche Zuschnitt im Grundbuch: Ein Besitzer eines Mehrfamilienhauses von fünf Wohneinheiten kann demnach eine wirtschaftliche Einheit Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen haben, oder aufgrund von Teileigentum fünf wirtschaftliche Einheiten, für die jeweils eine eigene Steuererklärung abzugeben ist. In der Regel ergibt sich dies aus den bisherigen Bescheiden über den Einheitswert bzw. die Grundsteuer für die jeweilige wirtschaftliche Einheit.

 

Ab wann muss die neue Grundsteuer gezahlt werden?

Die Abgabe der entsprechenden Steuererklärung muss bis zum 31. Oktober 2022 ausschliesslich in elektronischer Form vorgenommen werden.

Die Abgabe bis Ende Oktober 2022 ist ein sehr kleines Zeitfenster und aktuell stellt die Finanzverwaltung keine Fristverlängerungen in Aussicht. Daher besteht jetzt Handlungsbedarf für jeden Besitzer einer Immobilie.

Jeder Eigentümer hat die Möglichkeit wie bei anderen Steuererklärungen die Abgabe ab Juli 2022 über die Online-Plattform ELSTER www.elster.de vorzunehmen, wenn er dafür zuvor einen entsprechenden Zugang beantragt hat.

Selbstverständlich unterstützen auch wir Sie gerne bei der Erstellung der Steuererklärung Ihrer Immobilie. Kontaktieren Sie uns noch heute.

 

Welche Informationen sind erforderlich?

Für die Erstellung der Steuererklärung sind nachfolgende Angaben erforderlich, damit im Anschluss die Ermittlung des Grundstückswertes vorgenommen werden kann:

Grundstückswert 2/20 der
vollen Gebühren
5/20 der
vollen Gebühren
9/20 der
vollen Gebühren
€ 140.000 € 177 € 443 € 798
€ 230.000 € 228  € 569 € 1.024
€ 320.000 € 270  € 674  € 1.214
€ 470.000 € 300  € 749 € 1.348
€ 600.000 € 321 € 803 € 1.445
€ 950.000 € 420 € 1.050 € 1.889

 

Der zur Verfügung stehende Gebührenrahmen liegt für jede Immobilie zwischen 1/20 und 18/20 der vollen Gebühr. Beispielhaft haben wir dies in der Übersicht zuvor für einige Grundstückswerte dargestellt. Wir gehen davon aus, dass die Gebühr für die Erstellung der Steuererklärungen für Wohnungseigentum in der Regel zwischen 2/20 und 5/20, d.h. zwischen € 250 und € 600 (zzgl. 19% Umsatzsteuer) liegen wird.

Bei Nichtwohngrundstücken, d.h. insbesondere gewerblichen Immobilien werden sowohl der Grundstückswert als auch der Zeitaufwand durch eine Mehrzahl von unterschiedlichen Gebäuden, Hallen etc. auf demselben Grundstück den Gebührenrahmen beeinflussen. In der Regel wird die Gebühr für diese Art von Grundstücken sich zwischen rd. € 500 und € 1.500 (zzgl. 19% Umsatzsteuer) bewegen.

Für Bundesländer (wie z. B. Hamburg), in denen aufgrund der anderen Bemessungsgrundlage kein Grundsteuerwert ermittelt wird, gilt abweichend ein fiktiver Grundsteuerwert nach dem Bundesmodell ermittelt als Bemessungsgrundlage.

 

Dokumente zum Herunterladen

Hier finden Sie alle Dokumente, die Sie für eine Beauftragung der Kanzlei Böttcher benötigen. Bei Fragen können Sie uns gerne an steuerberatung@kanzleiboettcher.de eine Nachricht senden.

Neben Angaben zu den Eigentumsverhältnissen (Anlage 1) sowie der passenden Anlage 2, 3 oder 4 je Immobilie benötigen wir eine Auftragsbestätigung und eine Vollmacht (sofern keine Mandatsvergütung mit uns besteht). Bitte fügen Sie auch diese Ihren Unterlagen bei, wenn Sie uns beauftragen möchten.

Nachfolgend nochmal alle Unterlagen:

  • Anlage 1

ist für die Angaben zu den Eigentümern der Immobilie erforderlich; bei Grundstücksgemeinschaften oder Personengesellschaften, die Eigentümer der Immobilie sind, benötigen wir die Angaben für jeden Gesellschafter

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  • Anlage 2

ist nur für unbebaute Grundstücke zu verwenden

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  • Anlage 3

ist nur für ein Einfamilien-, Zweifamilienhaus oder Wohnungseigentum (inklusive Mehrfamilienhäuser) zu verwenden

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  • Anlage 4

ist für Nicht-Wohngrundstücke zu verwenden; hierbei handelt es sich insbesondere um gewerbliche wie auch gemischt genutzte Immobilien, bei denen es sich nicht ausschließlich um eine Wohnimmobilie handelt, benötigen wir für die Erstellung der Erklärung die in Anlage 4 zusammengestellten Angaben

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Auftragserteilung Grundsteuer

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erbschaftssteuer

Erbschaftssteuer

Erbschaftssteuer – was genau ist das eigentlich?

Wussten Sie schon – auch Erbe muss in Deutschland versteuert werden. Wie es mit Einkommen eben nun mal so ist…

Wie viel Steuern auf den Erben zukommen, hängt dabei jedoch nicht von der Höhe des Erbes ab. Doch wovon hängt die Höhe der Erbschaftssteuer dann ab?

Wie errechnet sich die Erbschaftssteuer?

Wie hoch die steuerliche Belastung ist, hängt vom Verwandtschaftsgrad zwischen dem Erben und dem Erblassendem ab. Es gilt, je enger die Verwandtschaft, umso höher ist der Steuerfreibetrag. In Zahlen bedeutet dies:

  • Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner: können bis zu 500.000. Euro steuerfrei erben
  • Jedes Kind des Erblassenden: hier gilt ein Freibetrag von 400.000 Euro.
    • Sollten die Kinder des Verstorbenen bereits vorher gestorben sein, gilt dies für die Enkel.
    • Leben die Kinder noch, gilt ein Freibetrag von 200.000 Euro für die Enkel.
    • Der Freibetrag für Urenkel liegt bei 100.000 Euro.
  • Eltern, die von ihren Kindern erben: Freibetrag von 100.000 Euro.
  • Für alle übrigen Erben (ggf. auch ohne Verwandtschaftsverhältnis): Freibetrag von 20.000 Euro.

 

Wann fallen die Steuern an?

Sollte das Erbe den jeweiligen Freibetrag (siehe oben) überschreiten, muss dieser Betrag versteuert werden. Die Versteuerung hängt von drei Steuerklassen ab.

  1. Steuerklasse I.: Dies ist der günstigste Steuersatz. Er betrifft Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner, Kinder und Stiefkinder sowie weitere enge Verwandte.
  2. Steuerklasse II: Dies ist der zweitgünstigste Steuersatz. Er betrifft entferntere Verwandte wie Geschwister und Geschwisterkinder, Stiefeltern und Schwiegereltern, Schwiegerkinder und geschiedene Ehegatten.
  3. Steuerklasse III: Hier gelten die höchsten Steuersätze. Betroffen sind alle übrigen Erwerber, die nicht mit dem Erblasser verwandt sind.

Zudem gibt es noch zahlreiche Ausnahmen, bei denen keine Erbschaftssteuer anfällt.

Für mehr Informationen rund um das Thema Erbschaftssteuer, Steuerklassen und Ausnahmen wenden Sie sich gerne direkt an uns.

 

coronavirus

Kurzarbeitergeld – Die Folgen des Coronavirus

Das Coronavirus – wir haben es alle unterschätzt und es hat unsere Gesellschaft im Eiltempo überrollt und eingeholt. Sekündlichen ploppen neue Nachrichten auf und leider sind nur ein Bruchteil von Ihnen aktuell positiver Natur.

Gerade für Betriebe bricht eine Zeit an, die alles andere als leicht ist. Viele Fragezeichen stehen im Raum – wie soll es weiter gehen? Wie lange wird es hinziehen? Wie kann ich meinen Betrieb am Leben halten und wie zahle ich meine Mitarbeiter?

In diesem Zusammenhang fällt immer öfter der Begriff Kurzarbeitergeld. Aber was ist das überhaupt?

 

Was ist Kurzarbeitergeld?

Mit Kurzarbeitergeld soll Betrieben helfen die Auswirkungen des Coronavirus abfedern zu können und Entlassungen zu vermeiden. Genauer gesagt bedeutet Kurzarbeit die vorübergehende Verringerung der Arbeitszeit der aufgrund eines erheblichen Arbeitsausfalls vorliegt.

Arbeitnehmer arbeiten während ihrer Kurzarbeit weniger oder sogar gar nicht.

 

Wer hat Anspruch auf Kurzarbeitergeld?

Ein Arbeitnehmer kann Kurzarbeit dann beantragen, wenn ein unvermeidbarer Arbeitsausfall vorliegt welcher unvermeidbar ist. Der jeweilige Betrieb muss im Vorfeld alles Mögliche getan haben, um diesen Arbeitsausfall vermieden oder vermindern hätte zu können. Zeitguthaben, Überstunden oder Ähnliches müssen vorher abgefeiert werden.

Anspruch hat zudem nur jener Betrieb, bei dem mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Bislang musste ein Drittel der Arbeitnehmer betroffen sein.

 

Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld:

Um Kurzarbeitergeld final beziehen zu können ist es erforderlich, dass eine Vereinbarung zur Einführung der Kurzarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorliegt. Diese kann in einem Tarifvertrag oder auch in einem Arbeitsvertrag geregelt sein. Kurzarbeitergeld kann bezogen werden wenn die Kurzarbeit:

  • auf wirtschaftlichen Gründen, insbesondere einer schlechten Konjunkturlage oder einem unabwendbaren Ereignis (z.B. Hochwasser oder behördliche Anordnung) beruht,
  • vorübergehend ist,
  • nicht vermeidbar ist
  • kein Kündigungsverhältnis vorliegt
  • der Antrag auf Kurzarbeit im Laufe des Monats bei der Bundesagentur für Arbeit angezeigt wird, in dem die Kurzarbeit beginnt

 

Welche Dokumente werden zur Anzeige von Kurzarbeit benötigt?

*    Vollständig ausgefüllte Anzeige Kurzarbeitergeld (KUG)
*    Eine Liste mit den betroffenen Arbeitnehmer*innen
*    Eine Begründung, warum KUG beantragt wird (mehr als das Stichwort Corona)
*    Eine Aufstellung der Arbeitszeit-Konten (bestehende Überstundenkonten, gibt es Guthaben, etc.) Negativ Anzeige erforderlich.

 

Wie lange kann Kurzarbeitergeld beantragt werden?

Die gesetzliche Bezugsdauer beträgt 12 Monate. Sie kann durch Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf bis zu 24 Monate verlängert werden.

 

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Berechnet wird das Kurzarbeitergeld nach dem Nettoentgeltausfall.

Arbeitnehmer in Kurzarbeit erhalten grundsätzlich 60% ihres Nettoentgelts. Bei Arbeitnehmern mit mindestens einem Kind beträgt das Kurzarbeitergeld 67% des ausgefallenen Nettoentgelts.

 

Wann muss der Antrag eingereicht werden

Der Antrag ist innerhalb einer Anschlussfrist von 3 Monaten bei der zuständigen Agentur für Arbeit eingereicht zu werden. Die zuständige Agentur der Arbeit ist abhängig vom Bezirk, in dem die Lohnabrechnungsstelle liegt.

Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalendermonats (Anspruchszeitraums), in dem die Tage liegen, für die Kurzarbeitergeld beantragt wird.

 

Wie sieht es mit Selbständigen aus?

Weil Selbstständige nicht in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert sind, haben sie auch keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

 

Kurz und knapp Soforthilfe-Punkte

  1. Schaffen Sie die rechtlichen Grundlagen für Kurzarbeit im Betrieb (arbeitsrechtliche Aspekte – keine Beurteilung durch DATEV möglich)
  2. Zeigen Sie den Arbeitsausfall bei der Agentur für Arbeit an (Der Antrag kann online bei der BA gestellt werden/keine Beantragung über die DATEV-Programme)
  3. Erstellen Sie die Abrechnung über LODAS/RZ oder Lohn und Gehalt mit den Angaben zur Kurzarbeit
    Anmerkung: mit den derzeitigen Programmversionen erfolgt noch keine Erstattung der SV-Beiträge
  4. Reichen Sie den über die Abrechnung erstellten Kurzarbeiter-Antrag inkl. Abrechnungsliste bei der Agentur für Arbeit ein
  5. Korrigieren Sie (nach Installation des Service-Releases) die Märzabrechnung über eine Wiederabrechnung

Alternativ: Korrigieren Sie die Märzabrechnung (nach Installation des Service-Releases) über eine Nachberechnung März mit der Aprilabrechnung.

 

An wen kann man sich wenden?

oder an die zuständigen Bezirke:

 

Umstellung von Registrierkassen

Ab dem 1 Januar 2020 müssen alle Registrierkassen durch eine technische Sicherheitseinrichtung geschützt werden die zertifiziert sein muss. Diese Technologie soll jedoch voraussichtlich zu Beginn 2020 noch nicht flächendeckend am Markt verfügbar sein.

Dies hat bei vielen Betroffenen mit Registrierkassen eine gewisse Unsicherheit hervorgerufen. Das Finanzministerium von Bayern hat sich aus diesem Grund für eine möglichst lange Frist ausgesprochen. Nach dem bayrischen Finanzministerium sollen die Betroffenen mindestens bis zum 30 September 2020 Zeit haben ihre Kassen umzustellen. Auf dieses Datum wurde sich jetzt geeinigt.

 

Wieso eine Umstellung von Registrierkassen erfolgen muss?

Die Umstellung von Registrierkassen hat den Zweck sich für Manipulation zu schützen und Kassenbuchungen sicher zu wissen. Dies hat den Vorteil das eine verlässliche Grundlage zur eine gleichmäßige Besteuerung geschaffen werden kann.

Die Neuregelung im Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen (Kassengesetz) dient dem Zweck, Kassenbuchungen zu sichern und damit eine verlässliche Grundlage für eine gleichmäßige Besteuerung zu schaffen.

 

Wer ist eigentlich betroffen?

Betroffen sind alle, die ihre Bargeldeinnahmen mit einer elektronischen Registrierkasse aufzeichnen. Sie betrifft alle Betriebe, die ihre Bargeldeinnahmen mittels einer elektronischen Registrierkasse aufzeichnen.

Bis zum 30 September muss nun dafür gesorgt werden, dass die technischen Sicherheitseinrichtungen so schnell wie möglich zugänglich sind und somit alle Betroffenen erfolgreich die Umstellung von Registrierkassen vollziehen können.

Eine alte Kasse

Fehlerhafte Kassenführung vermeiden und Bußgelder sparen!

Ab Neujahr 2020, also ab dem 01.01.2010 gibt es eine verschärfte Rechtslage hinsichtlich einer fehlerhaften Kassenführung. Wer seine Kasse fehlerhaft führt kann ab 2020 mit Bußgeldern von bis zu 25.000 Euro rechnen. Vorher belief sich die Buße auf 5.000€

Steuergefährdung durch fehlerhafte Kassenführung

Bei einer Betriebsprüfung wird die fehlerhafte Kassenführung oftmals vorübergehend gestoppt, um dies unentdeckt zu lassen. Wenn jedoch eine unangekündigte Kassen-Nachschau durchgeführt wird, kann die Steuergefährdung, die durch eine nicht-saubere Kassenführung entsteht, aufgedeckt werden.
§ 379 Abs. 1 Nr. 3 AO (Steuergefährdung) erfasst Verhaltensweisen, die möglicherweise später zu Steuerverkürzungen führen können.
Das Bußgeld für solche Ordnungswidrigkeiten wird durch Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen vom 22.12.2016 zum 1.1.2020 von 5.000€ auf 25.000€ angehoben.

Vorteile der Kassen-Nachschau

Um Steuerverkürzungen zu verhindern, dient die sogenannte Kassen-Nachschau als mögliche Aufdeckungs-Methode.
Durch die zeitnahe Kassen-Nachschau lassen sich die Fehlerquellen schnell erkennen und nachweisen.
Bei einem Testessen oder einem Testkauf oder anhand des Kassenbons kann festgestellt werden, ob ein Bußgeld fällig wird.

Wie kann eine fehlerhafte Kassenführung nachgewiesen werden?

Wenn bei einem Testkauf oder einem Testessen Fehler festgestellt wurden und der Tatbestand aber bestritten wird, dann muss der Prüfer die Ordnungswidrigkeit nachweisen.
Die Kassen-Nachschau muss die Ordnungswidrigkeit gerichtsfest beweisen.
Eine andere Möglichkeit bietet der Kassenbon oder das Kontrollmaterial welches beim Testbesuch gesammelt wurde.
Zudem können Fotos, der Zeugenbeweis durch den oder die Prüfer aufgrund der beobachtenden Kassenführung, das Protokoll der Observation, oder Sachverständigengutachten sowie die Vernehmung des Personals als weitere Beweismöglichkeit dienen.

Auch verdeckte Videoaufnahmen (von Privatpersonen oder vom Unternehmen) sind zulässiges Material, um den Verstoß zu beweisen. Zeigen diverse Überwachungsvideos in einem gastronomischen Betrieb für den Zeitraum von einem Monat, dass Mitarbeiter zahlreiche Bezahlvorgänge nicht im Kassensystem erfasst haben ist dies ein Beweis der Ordnungswidrigkeit und spricht gegen die Richtigkeit der Buchführung.

Was, wenn es zu einer erneuten Ordnungswidrigkeit kommt?

Sollte die Kassenführung erneut fehlerhaft sein kann das Bußgeld wiederholt verhängt werden. Bei einem weiteren Verstoß wird es dann aber sogar teurer.
Eine fehlerhafte Kassenführung nach einer Kassen-Nachschau fehlerhaft weiterzuführen ist riskant, risikobehaftet und waghalsig.
Die Kassenführung sollte also stets aufmerksam und korrekt geführt werden, dies tut dem Geldbeutel und auch der Moral gut.

Kilometerstand Auto

Anforderungen an das E-Fahrtenbuch

Das Fahrtenbuch war lange Zeit ein Relikt in Papierform. Der digitale Wandel brachte das elektronische Fahrtenbuch mit sich. Die Fahrtenwege eines betrieblichen Fahrzeugs können auch durch ein technisches System erfasst werden. Die reine elektronische Erfassung reicht zur ordentlichen Führung jedoch nicht aus. Neben dem Bewegungsprofil müssen auch die Anlässe der Fahrten zeitnah erfasst werden.

Reicht ein Fahrtenbuch in elektronischer Form aus?

Reicht das elektronische Fahrtenbuch aus, um den privaten Nutzungsanteil eines Firmenwagens zu ermitteln oder muss der private Nutzungsanteil nach der 1 Prozent Regelung versteuert werden?

Wann eignet sich ein Fahrtenbuch eher als die 1 % Regelung?

Das Fahrtenbuch eignet sich eher als die 1% Regelung wenn:

 

  • Der Firmenwagen sehr teuer ist.
  • Der Anteil der betrieblichen Fahrten mit dem Firmenwagen hoch ist, da die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz sehr weit ist, oder weil Sie häufig auf Geschäftsreise sind.

Dienstwagenüberlassung für private Fahrten

Es lag folgender Fall vor. Ein steuerpflichtiger Arbeitnehmer war im Gebrauch eines Dienstwagens. Dieser Dienstwagen stand ihm ebenfalls für private Fahrten zur Verfügung. Zur Ermittlung der Fahrten wurde ein elektronisches Fahrtenbuch genutzt. Die Hardware war nicht fest verbaut. Es handelte sich um eine Steckerlösung die an allen Fahrzeugtypen angebracht werden könnte. Der Anwender kann später einer aufgezeichneten Fahrt in der Software einen vordefinierten Fahrtzweck zuordnen oder einen individuellen eintragen. Diese Zuordnungen bleiben nach der Ersterfassung zunächst frei änderbar.
Bei einer Lohnsteueraußenprüfung wurden dreimal Mängel beim Fahrtenbuch festgestellt. Die Kilometerstände wichen von denen laut Werkstattrechnungen ab. Es wurden zudem die Zwecke etlicher Fahrten erst sehr spät ergänzt. Die Finanzverwaltung setzt für einen Nachtrag eine Frist von sieben Tagen. Daraufhin wurde das Fahrtenbuch von der Prüfstelle als nicht ordnungsgemäß verworfen.
Das FG erkannte solch ein E-Fahrtenbuch nicht als ordnungsgemäß und ausreichend an. Die Folge war die Ermittlung des geldwerten Vorteils durch die 1%-Methode.

 

Wie ist ein Fahrtenbuch ordnungsgemäß zu führen?

Das FG stellte klar, dass ein rein elektronische Fahrtenbuch nicht ordnungsgemäß ist. Es reicht demnach nicht aus, die Fahrten nur über GPS zu ermitteln. Vielmehr müssen alle Angaben, die für ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch erforderlich sind, zeitnah in das Fahrtenbuch eingetragen werden. Durch das GPS-Modul werden nur die Angaben zu Ort und Zeit des Beginns und des Endes einer Fahrt aufgezeichnet und in der Datenbank gespeichert. Neben den Wegen muss aber auch zeitnah erfasst werden, was der Anlass der jeweiligen Fahrt war. Ein technisches Fahrtenbuchsystem, das auch nach Jahren noch Änderungen zulässt, könne laut dem Gericht nicht als elektronisches Fahrtenbuch anerkannt werden.
Es gilt darauf zu achten, dass folgende Angaben bei einem elektronischen Fahrtenbuch eingehalten werden:

 

  • Für geschäftliche Fahrten müssen Datum, Zweck der Fahrt, besuchter Geschäftskontakt, Ziel, Kilometerstand vor und nach jeder Fahrt sowie die Route (falls ein Umweg erforderlich war) aufgeführt werden.
  • Für Privatfahrten oder die Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte ist die genaue Anzahl der gefahrenen Kilometer ausreichend.
  • Das Fahrtenbuch muss im Laufe eines Kalenderjahrs stets aktuell gehalten werden. Einträge müssen zeitnah erfolgen. Der Zweck und weitere Angaben zu Geschäftsfahrten müssen beispielsweise innerhalb von sieben Tagen nach der Fahrt eingegeben werden.
  • Die Person, die den Zweck und das Datum der Fahrt eingibt, muss vermerkt werden. Sämtliche Änderungen an zuvor gespeicherten Informationen müssen aufgezeichnet werden und klar erkennbar sein. Es darf keine Möglichkeit geben, die Routen nachträglich zu ändern.
  • Das Finanzamt muss in die Lage versetzt werden, auf die Daten des elektronischen Fahrtenbuchs zuzugreifen und diese analysieren zu können. Die Fahrtenbücher und damit zusammenhängende Kostenbelege müssen vom Fahrer bzw. dem Kunden 10 Jahre lang aufbewahrt werden.
  • Bei einer Steuerprüfung durch das Finanzamt kann der Fahrer dazu aufgefordert werden, das Fahrtenbuch durch weitere Nachweise wie Tankbelege, Werkstattrechnungen oder Besprechungsagenden zu ergänzen
Steuererrklärung

Mehr Zeit für die Steuererklärung 2018

Verlängerung der Abgabefristen für Steuererklärungen ab 2018

Seit diesem Jahr gilt eine neue Regelung für die Abgabefristen der Steuererklärungen. Dies betrifft alle Besteuerungszeiträume ab dem Jahr 2018 (ab dem 01.01.2018).

Für Privatpersonen

Wer als Privatperson eine Steuererklärung abgeben muss, hat für die Abgabe nun mehr Zeit. Die Frist wurde 2 Monate nach hinten verschoben. Die Steuererklärung für das Jahr 2018 muss demnach bis zum 31. Juli 2019 vorliegen. Das bisherige Datum wäre der 31. Mai gewesen.

Steuererklärung vom Steuerberater

Auch die Frist für Steuererklärungen die vom Steuerberater erstellt werden hat sich verlängert.

Abgabefrist ist der 28. Februar des zweiten Folgejahres. Für die Erklärung aus dem Jahr 2018 wäre die Frist also der 29. Februar 2020 (2020 ist ein Schaltjahr).

 

Überschreitung der Abgabefrist

Vorsicht! Wer seine Erklärung trotz verschobener Frist nicht rechtzeitig einreicht dem droht ein Zuschlag, welcher sich an der Höhe der Steuer orientiert. Der Mindestzuschlag beläuft sich dabei auf 25 Euro für jeden angefangenen Monat.

 

Modernisierung des Besteuerungsverfahren

Anfang 2017 wurde ein Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahren aufgesetzt.

Die geänderten Fristen zur Abgabe der Steuererklärung sind Teil dieses Gesetzes. Ziel des Gesetzes soll es sein, den Workaround an die geänderten und modernen Lebensbedingungen anzupassen und die Abgabe zukünftig vollends elektronisch abzuwickeln. Pflicht ist die elektronische Abgabe jedoch nicht.

Ab 2018 müssen Steuerpflichtige ihre Papierbelege, wie Rechnungen und Spendenquittungen, nicht mehr einreichen. Trotz alledem sollten die Unterlagen noch aufbewahrt werden (zumindest bis der Steuerbescheid unanfechtbar ist), weil das Finanzamt sie aber im Einzelfall anfordern kann.

Noch ein weiterer Hinweis: Wer bei seiner Steuererklärung Recht- oder Schreibfehler einbaut soll diese in Zukunft einfacher und leichter korrigieren können.

Quelle des Bildes: https://www.flickr.com/photos/160866001@N07/45453666585, Fotograph: Marco Verch

öffentlicher verkehr jobticket

Jobticket steuerfrei ab 2019!

Nicht jeder Arbeitnehmer hat das Glück, dass seine Arbeitsstelle fußläufig erreichbar ist. Ein Großteil nimmt morgens und abends einen Arbeitsweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto auf sich.

Arbeitgeber unterstützen oftmals diejenigen, die ihren Arbeitsweg mit Bus, Straßenbahn, S-oder U-Bahn zurücklegen mit einem sogenannten Jobticket. Das Jobticket kommt dann zum tragen, wenn Arbeitnehmer den Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie Fahrten zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet oder zu einem vom Arbeitgeber dauerhaft festgelegten Sammelpunkt nutzen.

Das Jobticket gehört bei einzelnen Unternehmen zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Hinblick auf die Umweltbilanz .

Arbeitgeber und Arbeitnehmern die solch ein Jobticket nutzen können sich ab 2019 nun freuen! Das neue Gesetz zum steuerfreien Jobticket ist am 01. Januar 2019 in Kraft getreten.

 

Was hat sich beim Jobticket im Jahr 2019 geändert?

Das Jobticket wird steuerfrei! Eine ähnliche Steuerbefreiung gab es bereits früher. Im Zuge von Einsparmaßnahmen wurde diese jedoch Ende 2003 gestrichen. Ab 2019 greift die Steuerbefreiung nun wieder!

Dies hat zur Folge, dass auch die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel steuerlich attraktiver wird.

Der private Nutzungsanteil den Mitarbeiter zahlen mussten, wenn Sie das Jobticket zusätzlich zum Gehalt bekommen haben, muss ab 2019 nicht mehr versteuert werden!

Ob der Arbeitgeber die Fahrkarte selbst kauft und bereitstellt (= Sachbezug) oder dem Arbeitnehmer einen Zuschuss zahlt, ist am Ende egal.

Der Wert der steuerfreier Jobtickets wird auf die Entfernungspauschale angerechnet. Dadurch kommt es zu keiner doppelten Vergünstigung durch die Steuerfreiheit des Zuschusses und die Geltendmachung der Fahrtkosten.

Zudem fällt das Jobticket nicht unter die 44-EUR-Freigrenze. Die Freigrenze kann nun also für andere Zuschüsse genutzt werden.

 

Wann greift die Neuregelung?

Die Neuregelung greift nur, wenn das Jobticket nicht durch Entgeltumwandlung finanziert wird. Auch die Nutzung eines Taxis ist durch die Steuerfreiheit ausgeschlossen.

 

Voraussetzungen für ein Jobticket

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Vergünstigungen durch ein Jobticket sind:

  • Die Vergünstigung muss im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses erfolgen.
  • Der Zuschuss kann durch die kostenlose oder vergünstigte Überlassung eines Jobtickets oder durch den Zuschuss erfolgen.
  • Der Zuschuss muss zusätzlich zum Arbeitslohn erfolgen.
  • Begünstigt sind Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und alle weiteren Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr. Luftverkehr und der Transport mit Taxen sind ausgeschlossen.

 

Wie sieht es bei privaten Fahrten aus?

Die Steuerbegünstigung gilt auch für private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr.

Das steuerfreie Jobticket kann also auch in der Freizeit für private Fahrten genutzt werden.

Alle Steuertipps für Gärtnerei und Gartenbau

Die eigene Gärtnerei – Fallstricke bei der Mehrwertsteuer

Ob Rosen, Nelken oder der eigene Apfelbaum im Garten – Pflanzen verschönern das Leben. Was wie eine einfache Floskel klingt, ist für viele Menschen ein Leitgedanke. Dementsprechend hoch ist der Bedarf an Gärtnern. Ob bei der Eventdekoration, der Grabpflege oder der Gartengestaltung – immer mehr Menschen lassen sich in diesen Bereichen von professionellen Gärtnern und Landschaftsbauern unterstützen. Wer eine eigene Gärtnerei oder eine Baumschule betreibt, stößt schnell auf die Frage, welcher Umsatzsteuersatz auf seine Lieferungen und Leistungen anzuwenden ist. Dazu möchten wir Sie in diesem Artikel genauer informieren.

Umsatzsteuer im Gartenbau: Wann ist der ermäßigte Umsatzsteuersatz anzuwenden?

Das Formelle vorab: Nach §12 Nr. 3 Umsatzsteuergesetz fällt die „Anzucht von Pflanzen“ unter den ermäßigten Steuersatz von 7%. Lieferungen und Leistungen sind jedoch, wie in vielen anderen Gewerben üblich, mit dem Regelsteuersatz in Höhe von 19% zu versteuern. Welcher Steuersatz ist also für Rechnungen eines Gärtnereibetriebes anzuwenden?

Diese Frage entschied der Bundesfinanzhof wie folgt:

Liefert eine Gärtnerei ihrem Kunden Pflanzen und übernimmt sie ganz oder zum Teil auch die Einpflanzarbeiten, ist von zwei unterschiedlichen Leistungen auszugehen, die unterschiedlichen Steuersätzen unterliegen.

Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenleistungen ausschlaggebend für die Besteuerung

Hintergrund dieser Entscheidung war die Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenleistungen. Aus umsatzsteuerlicher Sicht teilt eine Nebenleistung das Schicksal der Hauptleistung und damit auch deren Steuersatz. Wird die Hauptleistung also mit 19% besteuert, unterliegt die Nebenleistung ebenfalls dem normalen Steuersatz. Von einer Nebenleistung ist auszugehen, wenn diese keinen eigenen Zweck verfolgt, sondern nur dazu beiträgt, die Hauptleistung zu erbringen. Auch mehrere Hauptleistungen können umsatzsteuerlich als Einheit behandelt werden, wenn sie eng miteinander verbunden sind und gemeinsam eine untrennbare wirtschaftliche Leistung bilden. Die Höhe des Steuersatzes richtet sich dann nach der Leistung, die die Gesamtleistung maßgeblich prägt.

Bei der Lieferung von Pflanzen und dem Einpflanzen handelt es sich also um zwei eigenständige Hauptleistungen, deren Umsatzsteuersätze getrennt von einander betrachtet werden müssen. Somit unterliegt der Pflanzenverkauf dem ermäßigten Steuersatz von 7% und die Lieferung sowie die Einpflanzarbeiten dem regulären Steuersatz von 19%.

Unser Steuertipp für Sie

Es macht nur dann Sinn, sich über die Trennbarkeit von einzelnen Leistungen Gedanken zu machen, wenn sich ein Leistungspaket aus Bestandteilen zusammensetzt, die bei getrennter Betrachtung unterschiedlich hoch besteuert werden. Ist eine getrennte Behandlung von Vorteil, sollte sie von Anfang an strikt verfolgt werden. In diesem Zusammenhang ist insbesondere auf getrennte Aufträge und getrennte Abrechnungen zu achten.

Sollten Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema haben, zögern Sie nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen!

Die besten Steuertipps für Immobilienbesitzer

Immobilien besitzt man einfach nur? Weit gefehlt! Hier kommen unsere Steuertipps für Immobilienbesitzer

Das Auf und Ab auf dem Immobilienmarkt kann kaum schrecken – die Immobilie zählt weiterhin zu den beliebtesten Wertanlagen der Deutschen. Laut Statistik besitzen knapp 30% der Deutschen ein eigenes Haus und knapp 5% eine Eigentumswohnung. Doch Eigentümer, die ihr Haus oder ihre Wohnung selbst nutzen, müssen auch viele Kosten selbst tragen. Wer es geschickt anstellt, kann mit seiner Immobilie aber auch effektiv Steuern sparen.

Steuern sparen: Geld zurück für Modernisierungen, Handwerkerleistungen und vieles mehr

Die Einkommenssteuererklärung ist für viele eine lästige Pflicht. Sie bietet aber auch die Chance, vom Fiskus Geld zurückzubekommen. Dabei ist das deutsche Steuerrecht in vielerlei Hinsicht nicht besonders transparent. Umso wichtiger ist es für Immobilieneigentümer, sich über die wichtigsten Sparmöglichkeiten zu informieren. Insbesondere wer plant, eine Immobilie als Kapitalanlage zu erwerben, sollte sich vorab einen Überblick über die verschiedenen Steuersparmöglichkeiten verschaffen.

Grundstückserwerb und Hausbau trennen

Wer ein Haus bauen möchte, sollte darauf achten, das Grundstück und den Hausbau von zwei getrennten Parteien zu erwerben beziehungsweise erstellen zu lassen. Unter diesen Voraussetzungen lässt sich ggf. Grunderwerbsteuer vermeiden.

Abschreibung für Abnutzung

Mit den Jahren nutzt sich auch eine Immobilie ab, was als Wertminderung anzusehen ist. Diese Minderung kann mit der Gebäudeabschreibung, genannt Abschreibung für Abnutzung, steuerlich geltend gemacht werden. Sie ist einer der größten Abschreibungsposten für Immobilienbesitzer. Ihre Höhe hängt von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der Immobilie ab, die zur Nutzungsdauer in Bezug gebracht wird. Für Alt- und Neubauten sowie für denkmalgeschützte Gebäude gibt es unterschiedliche Abschreibungsmöglichkeiten. Genaueres dazu erklären wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch.

Achtung: Eine Abschreibung für Abnutzung ist nur für Eigentümer anwendbar, die ihre Immobilie vermieten, für selbst genutzten Wohnraum ist keine Abschreibung möglich. Grundstücke können grundsätzlich nicht abgeschrieben werden, denn das Grundstück nutzt sich nicht ab.

Handwerkerleistungen steuerlich absetzen

Eigentümer dürfen 20% ihrer Handwerkskosten, maximal aber 1.200 Euro pro Jahr von der Steuer absetzen und so ihre Steuerlast senken. Angerechnet werden dabei nur die Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten. Materialkosten können nicht abgesetzt werden. Daher sollte darauf geachtet werden, dass die unterschiedlichen Kostenarten auf der Rechnung separat ausgewiesen werden. Auch Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen sind in diesem Rahmen von der Steuer absetzbar, also zum Beispiel die Sanierung eines maroden Dachs. Schafft ein Eigentümer neue Wohnfläche in einem bereits vorhandenen Haushalt, kann er ebenfalls die Kosten steuerlich geltend machen – beispielsweise beim Dachbodenausbau. Keine Steuervorteile hat hingegen, wer sein Haus oder seine Wohnung selbst renoviert. Bei einem Neubau kann ebenfalls nichts abgesetzt werden.

Achtung:Es müssen dem Finanzamt Rechnungen vorgelegt und nachgewiesen werden, dass diese per Banküberweisung beglichen wurden.

Haushaltsleistungen

Beauftragt der Eigentümer eine Hilfskraft für sogenannte „haushaltsnahe Dienstleistungen“, kann er die Kosten ebenfalls in der Steuererklärung geltend machen. Zu den begünstigten Tätigkeiten gehören unter anderem Putzen, Schnee räumen, sowie Kochen, Gartenpflege oder die Kinderbetreuung im eigenen Haus. Für Leistungen von Minijobbern, die bei der Minijobzentrale gemeldet sind, kann der Eigentümer 20%, jedoch maximal 510 Euro absetzen. Sind die Hilfskräfte sozialversicherungspflichtig oder selbstständig tätig, können Eigentümer bis zu 4.000 Euro pro Jahr von ihrer Steuerschuld abziehen.

Modernisierung von Immobilien unter Denkmalschutz

Der Staat unterstützt die Erhaltung von Denkmälern, die vom Eigentümer saniert werden, in dem die Kosten für die Modernisierung als Abschreibung von der Steuer abgesetzt werden können. Dies ist über zehn Jahre mit jeweils neun Prozent des zu versteuernden Einkommens möglich, sofern der Eigentümer die Immobilie selbst bewohnt. Vermietet er die Immobilie, können die Sanierungskosten acht Jahre lang mit neun und weitere vier Jahre lang mit sieben Prozent steuerlich geltend gemacht werden.

Verschenken statt vererben

Möchte ein Immobilieneigentümer sein Haus oder seine Wohnung an die Kinder oder Enkelkinder weitergeben, ist dies bei Kindern bis zu einem Betrag von 400.000 Euro und bei Enkelkindern bis zu einem Betrag von 200.000 Euro steuerfrei möglich. Ist die Immobilie teurer, muss der Erbe Steuern zahlen. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, diese Steuer zu umgehen: Dafür muss der Eigentümer seine Immobilie mindestens zehn Jahre vor seinem Ableben an seine Nachkommen als Schenkung übertragen. Bis zum Steuerfreibetrag von 400.000 Euro bzw. 200.000 Euro fallen auch für Schenkungen keine Steuern an. Nach dem Ableben müssen die Nachkommen nur noch den Rest des Erbes versteuern – oder auch gar keine Steuern zahlen, wenn der Wert des restlichen Erbes unter 400.000 Euro bzw. 200.000 Euro liegt.

Steuerliche Beratung rund um Ihre Immobilie

Immobilien können eine gute und sinnvolle Investition sein. Die steuerlichen Aspekte beim Kauf einer Immobilie sind allerdings oft von großer Bedeutung. Wenn Sie beabsichtigen, eine Immobilie zu erwerben, zu vermieten oder zu verkaufen, unterstützen wir Sie gerne umfassend und professionell..