Wahl der richtigen Unternehmensform in der Gastronomie

Wer Sie sich mit einer Kneipe, einem Café oder auch einem Restaurant selbstständig machen möchte, muss bekanntlich bereits im Vorfeld eine ganze Reihe von Punkten beachten. Unzählige Fragen gilt es da zu klären. Etwa die nach der Rechts- bzw. Unternehmensform des Betriebs. Dummerweise lässt sich diese sehr bedeutende Frage nicht pauschal beantworten. Welche die richtige Unternehmensform in der Gastronomie ist, hängt stark vom Einzelfall und Ihren persönlichen Verhältnissen ab. Wir versuchen hier mal etwas Licht ins Dunkel zu bringen.  

Die richtige Unternehmensform in der Gastronomie finden

  Grundsätzlich lassen sich in Bezug auf die Rechts- bzw. Unternehmensform in Deutschland zwei Kategorien unterscheiden – Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Am Anfang steht also die Frage, ob Sie Ihr Unternehmen als Personen- oder als Kapitalgesellschaft betreiben wollen. Erstere kann relativ einfach und ohne viel Aufwand gegründet werden, bringt aber den Nachteil mit sich, dass Sie mit Ihrem gesamten Vermögen für Ihr Unternehmen haften müssen. Letztere ist hingegen deutlich komplexer und teurer in der Gründung, dafür beschränkt sich die Haftung aber in der Regel auch nur auf das eingelegte Stammkapital. Beispiele für Personengesellschaften wären etwa das Einzelunternehmen, die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder auch die Offene Handelsgesellschaft (OHG). Die mit großem Abstand häufigste Kapitalgesellschaft in der Gastronomie wiederum ist zweifellos die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).  

Welche ist die richtige Unternehmensform in der Gastronomie für Sie?

  Wie bereits erwähnt, hängt die Antwort auf diese Frage von Ihren persönlichen Verhältnissen ab. Am einfachsten ist sicherlich die Gründung eines Einzelunternehmens, für das es zumeist nur die Anmeldung bei der zuständigen Kommune bedarf. Diese Rechtsform kommt allerdings nicht mehr für Sie in Frage, wenn Sie Ihren Betrieb zusammen mit einem gleichberechtigten Partner betreiben wollen. Sie müssen dann etwa auf die GbR ausweichen. Bei der GmbH spielen Fragen nach einem Partner oder dem jährlichen Umsatz zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Sie brauchen dafür aber das nötige Stammkapital und auf jeden Fall fachkundige Hilfe bei der Gründung. Zudem muss mindestens ein Geschäftsführer ernannt werden. Außerdem gilt es eine ganze Palette von Vorschriften bei der Führung des Unternehmens – ein Stichwort wäre hier zum Beispiel die Bilanzierung – zu beachten.  

Lassen Sie sich beraten, um die richtige Unternehmensform in der Gastronomie zu finden

  Sie sehen, um die richtige Unternehmensform in der Gastronomie zu finden, müssen einige ganz zentrale Punkte beachtet werden. Es empfiehlt sich deshalb schon im Vorfeld den Kontakt zu einem Steuerberater oder einem Rechtsanwalt zu suchen, der Sie mit Blick auf Ihre ganz konkrete Situation berät und Ihnen auf dieser Grundlage die für Sie passende Unternehmensform aufzeigt. Die Kanzlei des Steuerberaters Böttcher aus Hamburg hat sich auf die Gastronomie spezialisiert und steht Ihnen jeder Zeit für Fragen zur Verfügung. Rufen Sie an oder vereinbaren Sie einen Termin vor Ort. Wir freuen uns auf Sie!  

Alle Jahre wieder: Worauf muss ich bei der Abgabe der Steuererklärung achten?

Der Mai hat begonnen und die Abgabefrist für die Steuererklärung rückt immer näher. Denn am 31. Mai müssen Einkommenssteuer-, Gewerbesteuer-, und Körperschaftssteuererklärungen spätestens beim Finanzamt eingegangen sein. Auch in diesem Jahr werden wohl wieder Millionen von Deutschen panisch und auf den letzten Drücker ihre Unterlagen für die Steuererklärung zusammen suchen. Doch wer sich rechtzeitig um eine Fristverlängerung beim Finanzamt bemüht, der kann sich dadurch ein wenig mehr Luft verschaffen. Aber wie kann die Fristverlängerung beantragt werden und bis wann müssen die Unterlagen dann abgegeben werden?    

Wie kann ein Antrag auf Fristverlängerung des Abgabedatums der Steuererklärung gestellt werden?

Der Fristverlängerungsantrag kann als E-Mail, als Fax oder als sonstiges, formloses Schreiben gestellt werden. Inhaltlich muss in ihm ein Grund angegeben werden, warum die reguläre Frist nicht eingehalten werden kann. Fehlende Unterlagen, eine lange Krankheit oder eine starke berufliche Belastung können Gründe dafür sein, dass eine Fristverlängerung angezeigt ist. Ist der Antrag auf Fristverlängerung gut begründet, werden die Finanzämter ihm in der Regel statt geben. Allerdings ist das Finanzamt rechtlich nicht verpflichtet, dem Antrag auf Verlängerung zu folgen. Daher sollten Antragssteller die Frist des 31. Mai immer im Hinterkopf behalten.    

Bis zu welchem Zeitpunkt muss die Steuererklärung bei Fristverlängerung abgegeben werden?

In der Vergangenheit haben die Finanzämter einem Antrag auf Fristverlängerung bis zum 30. September zumeist zugestimmt. Zu Beginn des Jahres 2016 wurde von den obersten Finanzämter der Länder ein Erlass bekannt gemacht, der in Einzelfällen sogar eine Fristverlängerung bis zum 28. Februar des Folgejahres bzw. bis zum 31. Juli des Folgejahres ermöglicht. Dieser Erlass hat jedoch noch nicht in einem Gesetz seinen Niederschlag gefunden. Es liegt also im Ermessen der Finanzämter, bis zu welchem Termin sie eine Fristverlängerung bewilligen.    

Welche Möglichkeiten gibt es noch, die Abgabefrist zu umgehen?

Wer sich bei der Erstellung seiner Steuererklärung der Hilfe eines Steuerberaters oder eines Lohnsteuerhilfevereins bedient, muss seine Unterlagen erst zum 31. Dezember dem Finanzamt zukommen lassen. Dies gilt sogar für den Fall, dass das Finanzamt bereits einen Verlängerungsantrag abgelehnt hat. Die Beauftragung eines Steuerberaters kann sich also in vielerlei Hinsicht lohnen.    

Welche Konsequenzen hat eine Versäumung der Frist?

Werden die Abgabefrist für die Steuererklärung und auch die im vom Finanzamt nieder geschriebene Erinnerungsfrist versäumt, drohen hohe Verspätungszuschläge. Der Verspätungszuschlag kann bis zu zehn Prozent der festgesetzten Steuersumme betragen. Diesen Fall sollte man also möglichst vermeiden.    

Fazit:

Grundsätzlich muss die Steuererklärung von zur Abgabe verpflichteter Personen bis zum 31. Mai beim Finanzamt eingegangen sein. Wer eine Fristverlängerung beantragt, kann seine Steuerunterlagen auch zu einem späteren Zeitpunkt einreichen. Wenn Sie nicht nur zeitlich mit Ihrer Steuererklärung überfordert sind, dann bietet sich die professionelle Hilfe eines Steuerberaters an. Wir freuen uns schon darauf Sie persönlich kennen zu lernen.

Die Top 4 Möglichkeiten der Finanzierung für Startups

Finanzierungsmöglichkeiten für die Unternehmensgründung direkt vom Fachmann

Die Finanzplanung – von der Geschäftsidee zur Finanzierung

Die Geschäftsidee steht! Nach einem langem Entwicklungsprozess ist die Idee und das Konzept für das eigene Startup nun endlich da und fertiggestellt. Was nun noch fehlt – ist das nötige Kleingeld. Egal, wie gut die Geschäftsidee ist – ohne Kapital lässt sich kein eigenes Unternehmen auf die Beine stellen. Wie heißt es so schön, viele Wege führen nach Rom – aber welches ist nun der richtige für das eigene Unternehmen ? Und der häufigste Grund für eine gescheiterte Gründung, ist die mangelnde Finanzplanung und die entsprechenden Mittel. Die Möglichkeiten der Finanzierung für Startups sind inzwischen groß. Die Risiken und Chancen müssen allerdings zum Startup-Konzept passen und individuell berücksichtigt werden. Um Sie bei der Gründung Ihres neuen Unternehmens zu unterstützen haben wir hier die „Top 4 Möglichkeiten der Finanzierung“ für Ihre Unternehmensgründung zusammengestellt. Gerne beraten wir Sie auch individuell und persönlich. Kontaktieren Sie uns gerne hier.

4 Top Tipps der Finanzierung für Startups

#1 Gründungszuschuss vs. Staatliche Fördermittel

Der Weg durch den „Förderdschungel” ist für Gründer aufgrund komplizierten Vergaberichtlinien sehr beschwerlich bis undurchschaubar. Wichtig ist hier zu wissen, dass diese Möglichkeit immer mit einem sehr großen Zeitaufwand verbunden ist und eine Menge Disziplin erfordern. Staatliche Fördermittel sind eine gute finanzielle Grundlage für das eigene Unternehmen, doch Sie sollten sich hierzu professionelle Hilfe suchen, denn das Expertenwissen von außen, ist unersetzlich. Gerne beraten wir Sie hinsichtlich der neusten Voraussetzungen für den Gründerzuschuss und helfen Ihnen beim Ausfüllen der notwendigen Anträge.

#2 Gründerwettbewerber – Finanzierung für die “Besten”

Aufgrund der Vielfalt der Wettbewerbe ist es oft nicht so einfach, den passenden Wettbewerb für das eigene Startup zu finden. Doch jedes Jahr werden angehende Gründer sowie bereits existierende innovative Startups prämiert. In Ihrer Finanzplanung sollten Sie nicht fest mit möglichen Gewinnen aus Wettbewerben kalkulieren, jedoch kann man hierbei nichts verlieren.

#3 Venture Capital – Firmenanteile gegen frisches Kapital

Beim Venture Capital helfen Investoren den Gründern je nach Entwicklungsphase ihres Produkts oder ihrer Dienstleistung und stellen Kapital zur Verfügung. Im Gegenzug erwerben die Investoren Firmenanteile des Startups. Durch diese Möglichkeit der Finanzierung steigt der finanzielle Spielraum an. Die Verantwortung steigt aber gleichen Teils, da nun auch die Verantwortung gegenüber den Investoren getragen werden muss. Business Angels sind vermögende private Investoren, die neben Kapital auch Know-how in das Unternehmen mit einbringen. In der Regel investieren Sie nicht so hohe Summen wie Venture Capital-Geber.

#4 Crowdfunding – Finanzierung durch kleines Kapital einer großen Gruppe

Eine immer beliebter werdende Form der Finanzierung bei Startups ist das Crowdfunding.  Hier spricht man von mehreren unterschiedlichen Geldgebern, denn hier investiert nun kein einzelnes Unternehmen oder ein einzelner Business Angel, sondern eine Vielzahl von Personen, die “Crowd” .Beim Crowdfunding wird eine Mindestkapitalmenge festgelegt, bevor eine Finanzierung startet.

Fazit

Bei der Gründung eines Unternehmens sind hinsichtlich der Finanzierungsform wichtige, vom Geschäftsmodell abhängige Aspekte zu beachten. Bei Gründungszuschüssen oder Wettbewerben ist mit einem hohem Zeitaufwand und Disziplin zu rechnen. Ebenso muss man den Venture Capital Investoren regelmäßig Bericht erstatten und den Fortschritt des Unternehmens aufzeigen. Interessant kann die Finanzierung durch Business Angels sein, da diese außer Kapital auch über eine Menge wertvolles Know-How verfügen und meist eine Menge „Vitamin B“ mitbringen. Jedoch hängt eine Bewertung von der entsprechende Vertrags- bzw. Vergütungsstruktur im jeweiligen Fall ab. Crowdfunding bietet sich besonders für Startups mit sehr innovativen Ideen an, die es ansonsten schwer haben Finazierungspartner für sich zu gewinnen. Kehrseite ist die mit der Finanzierung einhergende Verantwortung und Verpflichtung gegenüber der Crowd als Kapitalgeber – auch hier muss das formelle Finanzierungskonstrukt detailliert geprüft werden. Falls auch Sie, unabhängig ob in Hamburg ansässig, ein neues Unternehmen gründen möchten oder auch bereits gegründet haben und nach sinnvollen Finanzierungsmöglichkeiten suchen, dann wenden Sie sich gerne an unsere kompetente Steuerkanzlei, um sich ausführlich zu diesem Thema beraten zu lassen. Wir freuen uns schon auf Sie. Ihre Steuerkanzlei Böttcher aus Hamburg

Bei Vermietung und Verpachtung können Fahrtkosten in der Regel in voller Höhe abgesetzt werden

Es ist üblich, dass Vermieter oder Eigentümer von vermieteten Immobilien, ihre Objekte in regelmäßigen Abständen aufsuchen. Gründe für diese Besuche können Renovierungsmaßnahmen, Besichtigungstermine oder Probleme mit den Mietern sein. Doch wie können die Fahrtkosten zu den Vermietungsobjekten geltend gemacht werden? Mit Hilfe der Entfernungspauschale oder doch in Form von Werbungskosten? Ein Urteil des Bundesfinanzhofes vom Dezember 2015 gibt in dieser Sache Aufschluss.    

Geltendmachung der gefahrenen Kilometer durch Werbungskosten

Der Bundesfinanzhof hat vor einigen Monaten entschieden, dass die Fahrten zu den vermieteten Immobilien im Normalfall mit der Dienstreisepauschale, entsprechend den lohnsteuerlichen Grundsätzen mit 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer geltend gemacht und als Werbungskosten abgesetzt werden können. Das gilt für den Fall, dass der Vermieter das vermietete Objekt nur in größeren oder kleineren zeitlichen Abständen aufsucht und sich nicht täglich am Mietobjekt aufhält.    

Geltendmachung der gefahrenen Kilometer durch Entfernungspauschale

Der Bundesfinanzhof stellte in seinem Urteil aber auch klar, dass Steuerpflichtige, die ihre regelmäßige Tätigkeitsstätte an ihrem vermieteten Objekt haben, ihre Fahrtkosten nur in Höhe der Entfernungspauschale geltend machen können. Als regelmäßige Tätigkeitsstätte wird die Immobilie dann eingestuft, wenn der Vermieter sie fortdauernd und mit einer gewissen Nachhaltigkeit aufsucht. In dem vor dem Bundesfinanzhof verhandelten Fall, fuhr der Vermieter 165 bzw. 215 mal zu seinen vermieteten Immobilien. Diese große Anzahl an Fahrten könne daher nur durch die Entfernungspauschale von 0,30 Euro pro Entfernungskilometer, nicht je gefahrenen Kilometer, ausgeglichen werden.    

Fazit:

Grundsätzlich können Fahrtkosten mit Hilfe der Werbungskosten bei der Steuererklärung geltend gemacht und nur ausnahmsweise als Entfernungspauschale abgezogen werden. Wie die genaue steuerrechtliche Lage in Ihrem persönlichen Fall als Vermieter ist und wie Sie den größten Steuernutzen aus Ihrer Situation ziehen, wollen wir gerne für Sie heraus finden. Auch für weitere Fragen zu diesem Themenkomplex stehen wir als Steuerkanzlei aus Hamburg Ihnen gerne zur Verfügung.  

Gesetzesentwurf für neue Vorgaben bei elektronischen Kassen

Elektronische Kassensysteme gehören im Einzelhandel und anderen Branchen wie selbstverständlich zum Arbeitsalltag dazu. Bereits in den vergangenen Jahren wurden auf diesem Gebiet rechtliche Veränderungen vorgenommen und weitere werden folgen. Denn das Bundesfinanzministerium hat nun einen neuen Gesetzentwurf vorgestellt, der elektronische Kassensysteme noch besser vor Manipulationen schützen soll.    

Zertifizierung für elektronische Kassensysteme

Der Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums sieht vor, dass alle elektronischen Kassensysteme in Zukunft zertifiziert werden müssen. Die Zertifizierung dient dem Zweck, die computergestützten Kassensysteme noch weiter vor Manipulationen zu schützen bzw. etwaige Manipulation besser nachweisen zu können. Denn die aktuellen Kassensysteme bieten nach wie vor die technischen Möglichkeiten, nachträgliche Veränderungen an ihnen vornehmen zu können. Ab dem Wirtschaftsjahr 2019 ist es daher Unternehmern aller Voraussicht nach nicht mehr erlaubt, nicht zertifizierte elektronische Kassensysteme zu verwenden. Für die Unternehmer hat die Zertifizierung aber auch einen Vorteil, da sie ein Schritt hin zur Beweislastumkehr bei vermuteten Kassenmanipulationen darstellt. Bisher mussten nämlich die Steuerpflichtigen in einem Verdachtsfall nachweisen, dass sie ihr Kassensystem nicht manipuliert haben. Das könnte sich durch die Zertifizierung ändern.    

Einführung der Kassennachschau ab dem Jahr 2019

Der Gesetzentwurf sieht zudem auch vor, dass dem Finanzamt ab dem Jahr 2019 eine unangekündigte Kassennachschau eingeräumt wird. Das bedeutet, dass das Finanzamt berechtigt ist, unangekündigt die Geschäftsräume zu betreten und die elektronischen Daten und weitere Unterlagen des Kassensystems einzusehen. Auch durch diese Maßnahme sollen etwaige Datenmanipulationen unterbunden werden.    

Fazit:

Der neue Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums hat den Zweck, elektronische Kassensysteme noch besser vor Manipulationen zu schützen. Unternehmer sollten sich frühzeitig auf diese technischen und rechtlichen Veränderungen einstellen und sich am besten durch ein Steuerbüro in dieser Hinsicht beraten lassen. Wir freuen uns darauf, Sie zum Thema elektronische Kassensysteme und anderen steuerrechtlichen Fragen in unserer Steuerkanzlei ausführlich zu beraten.  

Anpassung der “30/70-Methode” für den Außerhausverkauf in der Gastronomie

Jedem Gastronomen in Deutschland dürfte wohl das Schreckgespenst Betriebsprüfung ein Begriff sein. Fallen der Finanzverwaltung Auffälligkeiten in der steuerlichen Veranlagung auf, kann das schon Anlass genug für so eine Prüfung der Bücher sein. Weist die Kassenführung eines Betriebes Mängel auf, so kann der Umsatz geschätzt und die in der Gastronomie übliche 30/70-Methode zum Einsatz kommen. Doch in welchem Umfang darf diese Schätzungsmethode eigentlich angewendet werden und was liegt ihr zugrunde? Das Finanzgericht in Münster hat zu dieser Frage im Dezember 2015 Stellung bezogen (Aktenzeichen 4 K 2616/14 E,G,U)    

 Was ist die sogenannte 30/70-Methode in der Gastronomie?

Dieser Schätzungsmethode liegt der Gedanke zugrunde, dass ein Gast im Durchschnitt zu jeder bestellten Speise die gleiche Anzahl an Getränken ordert. Das Verhältnis zwischen den bestellten Speisen und Getränken bleibt also in der Regel stabil. Mit Hilfe des Getränkeumsatzes kann demnach der Gesamtumsatz geschätzt werden.    

Worum ging es im aktuellen Urteil des Finanzgerichts Münster?

Der Kläger war Inhaber eines Restaurants, das sowohl einen klassischen Restaurant Bereich hatte, als auch einen Außerhausverkauf betrieb. Laut den Geschäftsunterlagen des Klägers, machten seine Einnahmen durch den Außerhausverkauf rund 30 Prozent seines Gesamtumsatzes aus. Da die Kassenführung des Gastronomen nicht den formellen und inhaltlichen Anforderungen genügte, musste der Prüfer die Umsätze schätzen und dazu einige Kalkulationen vornehmen. Hierzu bediente er sich den üblichen Vorgehensweisen, wie unter anderem der 30/70 Methode. Hiergegen wehrte sich der Kläger, da eine Diskrepanz zwischen den Getränkeumsätzen im Restaurant und den verkauften Getränken im Außerhausverkauf bestünde. Ein logischer Zusammenhang könnte im Sinne der 30/70 Methode nicht bejaht werden. Dieser Ansicht gab das Finanzgericht in diesem speziellen Fall recht und stellte fest, dass die zugrunde gelegte Getränkekalkulation aufgrund der hohen Anzahl an Außerhausverkäufen zu keinem befriedigenden Ergebnis käme.    

Was bedeutet dieses Urteil für die Gastronomie Szene in Hamburg?

Zum einen stärkt dieses Urteil die Rechte der Gastronomen gegenüber den Finanzbehörden in ganz Deutschland und weist zum anderen auf die große Relevanz einer ordentlichen Buchführung hin. Denn wer als Gastronomie Betreiber in Hamburg gar nicht erst in Konflikt mit der Finanzverwaltung geraten möchte, der sollte nicht auf eine professionelle Buchführung verzichten.    

Fazit

Grundsätzlich ist die 30/70-Methode zwar geeignet, die Umsätze in Speisegaststätten zu schätzen, kann aber in Einzelfällen nicht ausreichen, um die Individualität einer gastronomischen Bewirtung zu erfassen. Gastronomie Betreiber aus Hamburg können sich gerne an uns als professionelles Steuerbüro wenden, um mehr Informationen zu diesem Thema zu erhalten. Wir würden uns freuen, Sie in unserer Hamburger Steuerkanzlei begrüßen zu dürfen.

Arbeit mit Freelancern: Die Gefahr der Scheinselbstständigkeit

Das Profil des Freiberuflers ist sowohl für Unternehmen als auch für Selbstständige ein nicht nur steuerlich interessantes Arbeitsmodell. Ein Freiberufler ist sein eigener Chef und kann sich seine Arbeit in der Regel frei einteilen. Viele Freiberufler schätzen die so gewonnene Freiheit und Flexibilität im Arbeitsleben. Auch für Unternehmen stellt die Arbeit mit Freiberuflern einige Vorteile dar: Die Fixkostenbelastung, die ein Angestellter verursacht, kann durch die variable Beauftragung von Freiberuflern vermieden werden. Zudem lässt sich je nach fachlichem Bedarf der entsprechende Experte beauftragen – die Qualität im Projekt kann steigen und es bestehen sowohl für Unternehmen keine Abhängigkeit einer verbindlichen Folgebeschäftigung. Insbesondere in Hamburg, wo viele Agenturen und kreative Branchen ansässig sind, werden viele klassische Freelancer-Tätigkeiten angeboten. Der Bedarf und das Angebot auf dem Arbeitsmarkt ist groß. Jedoch gibt es sowohl auf Seite des Unternehmens als auch auf Seiten des beauftragten Freelancers einige entscheidende Rahmenbedingungen zu beachten: Das Thema der Scheinselbstständigkeit sollte von Auftraggebern und Freelancern nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn die Fehleinschätzung des arbeitsrechtlichen Status kann vor allem für die Auftraggeber zu teuren Nachzahlungen führen. Doch auch als Selbstständige oder Freiberufler tätige Personen sollten sich vor den Konsequenzen einer Scheinselbstständigkeit hüten.    

Was bedeutet eigentlich Scheinselbstständigkeit?

Das deutsche Rechtssystem basiert auf dem Gedanken der Vertragsfreiheit, das bedeutet, Auftraggebern und Auftragnehmern steht es grundsätzlich frei zu entscheiden, ob sie einen Arbeitsvertrag abschließen oder eine Zusammenarbeit als freie Mitarbeit betiteln. Doch Papier ist geduldig und unabhängig davon wie das arbeitsrechtliche Verhältnis auf dem Papier ausgestaltet ist, es kommt immer auf die tatsächliche Zusammenarbeit an. Stellt sich also im Nachhinein heraus, dass eine unter dem Gesichtspunkt der freien Mitarbeit abgeleistete Tätigkeit in Wirklichkeit einem Arbeitgeber – Arbeitnehmer Verhältnis entspricht, dann spricht man von einer Scheinselbstständigkeit.  

Welche Folgen können sich aus einer Scheinselbstständigkeit ergeben?

Der Arbeitgeber muss in diesen Fällen den Sozialversicherungsbetrag seit Beginn der Tätigkeit des vermeintlich freien Mitarbeiters nachzahlen. Hinzu kommt noch, dass der Arbeitgeber sich mit etwaigen Lohnfortzahlungen und anderen betrieblichen Ansprüchen seines neuen Mitarbeiters konfrontiert sieht. Hat der Auftragnehmer zudem keine Steuern abgeführt, muss der Arbeitgeber auch hierfür aufkommen. Auch für den Scheinselbstständigen können sich finanzielle Konsequenzen ergeben. So müssen eventuelle Krankenversicherungsbeträge nachträglich abgeführt und Umsatzsteuer Voranmeldungen abgeändert werden.  

Welche Indizien können für eine Scheinselbstständigkeit sprechen?

Hinweise darauf, dass eine scheinbar als Selbstständiger tätige Person in Wirklichkeit als Arbeitnehmer einzustufen ist können folgende Punkte sein: Der Freelancer,…

  • arbeitet hauptsächlich für einen bestimmten Kunden,
  • erwirtschaftet 5/6 des Umsatzes nur durch diesen einen Kunden ,
  • besitzt keine eigenen Maschinen oder Büroräume,
  • schaltet keine eigene Werbung und verfügt über keinen Internetaufritt,
  • nimmt Weisungen von seinem Auftraggeber entgegen,
  • ist in den Betrieb des Auftraggebers eingegliedert.
  • u. a.

 

Wie sollte man als Auftraggeber bei einem Verdacht auf Scheinselbstständigkeit reagieren?

Grundsätzlich hat man in diesem Fall zwei Optionen. Entweder man gliedert den Freelancer durch einen eigenen Arbeitsvertrag in den Betrieb ein oder man schafft eine gewisse Distanz zu ihm. Diese sollte sich vor allem in einer getrennten betrieblichen Organisation niederschlagen. Bei großen Zweifeln kann auch eine förmliche Statusfeststellung durch die Deutsche Rentenversicherung beantragt werden.  

Fazit

Eine Scheinselbstständigkeit ist eine ernstzunehmende finanzielle Gefahr für Auftraggeber, die sich häufig Freelancern bedienen – insbesondere Finanzämter in Städten wie Hamburg, in den viele Freiberufler tätig sind, analysieren zunehmend “verdächtige” freiberufliche Arbeitsverhältnisse. Trifft diese Beschreibung auf Sie zu, sollten Sie sich unbedingt durch einen juristisch oder steuerrechtlich geschulten Fachmann beraten lassen. Dieser kann Ihnen helfen, die bestehende Zusammenarbeit zu analysieren und Ihnen Lösungsoptionen aufzuzeigen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Entscheidung des für Sie optimale vertragliche Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses und zeigen Ihnen mögliche Gefahren sowie Besonderheiten frühzeitig auf. Kontaktieren Sie uns für ein erstes Beratungsgespräch! Ihre Steuerkanzlei Böttcher

Steuerklärung 2014: Tipps für die Reisekostenabrechnung

Steuerklärung 2014: Tipps für die Reisekostenabrechnung

Die Steuererklärung 2014 steht vor der Tür. Da zum 01.01.2014 ein neues Reisekostenrecht in Kraft getreten ist, lohnt sich ein Blick auf die Änderungen. Was ist für meine Reisekostenabrechnung 2014 relevant? Arbeitnehmer mit einem festen Arbeitsplatz am Standort des Unternehmens (oder einer Behörde, Einrichtung, Schule, uvm.) sind von den Änderungen nicht betroffen. Hier gilt nach wie vor die Entfernungspauschale zum Arbeitsplatz. Arbeitnehmer mit wechselnden Tätigkeitsstätten, also z.B. Zeitarbeiter, Handwerker oder Außendienstler, sollten sich die Änderungen in der Steuergesetzgebung in Abstimmung mit einem Steuerfachmann genauer ansehen. In der Begrifflichkeit gab es eine grundlegende Änderung: die ehemals „regelmäßige Arbeitsstätte“ wird durch die „erste Tätigkeitsstätte“ ersetzt. Der Gesetzgeber versucht damit etwas mehr Licht ins Dunkle des „Steuerdeutsch“ zu bringen. Ob derartige Änderungen von Begrifflichkeiten einen effektiven Nutzen für Bürger und Fiskus haben, bleibt abzuwarten.   Wie definiert sich die erste Tätigkeitsstätte?

  • Die erste Tätigkeitsstätte muss eine „ortsfeste betriebliche Einrichtung“ sein, d.h. klassischerweise ein Büro in einem Gebäude. Ebenfalls dazu zählen aber auch Baucontainer. Nicht dazu gehören Arbeitsstätten wie ein Flugzeug, LKW (Fahrzeuge im Allgemeinen) oder Schiffe.
  • Sollte es Unklarheiten bzw. Auslegungsbedarf für die erste Tätigkeitsstätte geben, kann der Arbeitgeber im Zweifel eben diese festlegen
  • Ist dies aus anderen Gründen nicht möglich, werden quantitative Merkmale zu Rate gezogen:
  • Welche Tätigkeitsstätte wird am häufigsten aufgesucht?
  • An welcher Tätigkeitsstätte verbringt der Arbeitnehmer die meiste Zeit?

  Wer sollte nun seine erste Tätigkeitsstätte festlegen?

  • Im Allgemeinen: Steuerzahler mit ständig wechselnden Tätigkeitsstätten
  • B. Handwerker / Bauarbeiter mit wechselnden Einsatzorten
  • B. Zeitarbeiter mit wechselnden Auftraggebern
  • B. Außendienstler / Vetriebsangestellte, die ihre Tätigkeit oft auch bei Kunden vor Ort durchführen
  • B. Lehrer, die an mehreren Schulen / Einrichtungen unterrichten

  Folgende Reisekosten können nach der Gesetzesänderung mit Gültigkeit ab 01.01.2014 geltend gemacht werden:

  • Für die Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte können pauschal €0,30 pro Entfernungskilometer geltend gemacht werden. Einschränkung: nur für einfache Fahrten;
  • Sollten sie von der ersten Tätigkeitsstätte aus zu einem anderen Einsatzort fahren, wird diese als Dienstreise über die Reisekosten angesetzt;
    • Bei derartige Dienstreisen können Sie den Hin- und Rückweg mit €0,30 pro Kilometer ansetzen
    • Eine Neuerung betrifft den sog. Verpflegungsmehraufwand:
      • Dienstreisen ab 8 Stunden Dauer können pauschal mit €12,- Verpflegungspauschale abgerechnet werden
      • Dienstreisen ab 24 Stunden Dauer können täglich pauschal mit €24,- abgerechnet werden
      • Die Kosten über Übernachtungen können wie gewohnt zu 100% als Werbungskosten abgerechnet werden, müssen aber belegt werden

  Selbstverständlich können o.g. nur geltend gemacht werden, wenn Sie Kosten nicht bereits von ihrem Arbeitsgeber erstattet bekommen. Die o.g. Regelungen gelten auch für berufliche Weiterbildungen, denen Sie außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte nachgehen. Fazit: „Die Festlegung der ersten Tätigkeitsstätte kann also bares Geld wert sein“, sagt Bernd Werner, Vorstand der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V., Lohnsteuerhilfeverein mit Sitz in Gladbeck. Sollten Sie Fragen rund um das Thema „Reisekostenabrechnung“ oder allgemein zu ihrer „Steuererklärung 2014“ haben, kontaktieren Sie uns gerne zu einem kostenlosen Erstgespräch. Ihre Kanzlei Böttcher

Aktuelles Steuerthema: Angepasste Erbrecht-Regelungen in der EU

Das Leben der meisten Hamburger, spielt sich schon längst nicht mehr in nur einem Staat ab, sondern ist von großer Mobilität und vielen Umzügen geprägt – dieser Trend ist in ganz Europa zu betrachten. Viele Deutsche arbeiten im Ausland oder verbringen im Rentenalter einen Großteil ihrer Zeit außerhalb Deutschlands. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Europäer nicht in ihrem Heimatland versterben. Diesem Umstand soll die Europäische Erbrechtsverordnung (Verordnung EU Nr650/2012EU-ErbVO) Rechnung tragen. Sie regelt, welches Erbrecht anzuwenden ist, wenn Europäer im europäischen Ausland aus dem Leben scheiden. Da wir in unserer Steuerkanzlei in Hamburg bereits mit der neuen Verordnung konfrontiert wurden, halten wir es für sinnvoll Sie kurz über die Veränderungen zu informieren. Die Verordnung ist seit dem 17. August 2015 wirksam.  

Was galt bislang?

In Deutschland war der grenzübergreifende Erbschaftsfall bislang vom Prinzip der Staatsangehörigkeit geprägt. Das bedeutet, egal wo ein Deutscher bisher seinen Lebensmittelpunkt hatte, es galt stets das deutsche Erbrecht. Doch in den letzten Jahren kam es vermehrt zu einem unnötigen Bürokratieaufwand und einigen Rechtsunklarheiten im Bezug auf das grenzübergreifendeErben. Denn jeder EU Mitgliedstaat hat seine eigenen Rechtssysteme, die bei einem Erbfall an sehr unterschiedliche Kriterien anknüpfen. So kam es, dass die Erben von Auslandserbschaften sich vermehrt mit Nachlass – Spaltungen und endlos langen Rechtsstreitigkeiten konfrontiert sahen. Die Gesetzgeber der Europäischen Union erkannten die Schwachstellen dieser Gesetzesvielfalt und bemühten sich um eine einheitliche Regelung.  

Welche Anpassung in der Steuerverordnung gilt ab dem 17. August?

Ab diesem Zeitpunkt wird das EU – Erbrecht den letzten gewöhnlichen Aufenthaltsort des Erblassers als Anknüpfungspunkt für den Erbfall festlegen. Das bedeutet, dass auf den Erbfall die Erbschaftsgesetze des europäischen Staates anzuwenden sind, in dem der Verstorbene seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt bezogen hatte. Das gilt selbst dann, wenn das Vermögen des Verstorbenen auf mehrere Staaten verteilt ist. Der letzte gewöhnliche Aufenthaltsort ist aber gar nicht so leicht zu ermitteln, wie es zunächst den Anschein hat. In der Regel wird darauf abgestellt, wo der Lebensmittelpunkt des Erblassers war, an welchem Ort die stärksten sozialen und familiären Bindungen bestanden und wie oft er sich an diesem aufgehalten hat. Es ist eine Gesamtbeurteilung aller Lebensumstände vorzunehmen. Von den EU – Verordnungen betroffen ist sowohl die gesetzliche Erbfolge, als auch das Testament und der Erbvertrag.  

Was ist die Folge im Erbrecht?

Da ausländische Gesetze zum Erbrecht sich stark von deutschen Regelungen unterscheiden, kann es im Einzelfall zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen in Bezug auf die Aufteilung des Erbes kommen. Welches Erbrecht für den Erblasser am vorteilhaftesten ist, muss daher auch für jeden separat abgewogen werden. Wer zu dem Schluss kommt, dass er das deutsche Erbrecht vorzieht, obwohl sein letzter gewöhnlicher Aufenthaltsort sich in einem anderen EU – Mitgliedsstaat befindet, der sollte in seinem Testament oder seinem Erbvertrag ausdrücklich auf die Anwendung des deutschen Erbrechts bestehen. Im Vereinigten Königreich, Irland und Dänemark gilt die neue Erbrechtsverordnung übrigens nicht.  

Fazit

In Anbetracht dieser nicht unbedeutenden Änderungen der Gesetzeslage den grenzübergreifenden Erbfall betreffend, sollten Sie sich, wenn diese Regelungen Sie in Zukunft betreffen könnten, schon jetzt von einem Rechtsanwalt oder einem Fachmann für Steuerrecht beraten lassen. Vereinbaren Sie gerne einen Termin für ein unverbindliches Gespräch zu dem Thema. Arno Böttcher & Ihre Steuerkanzlei Böttcher

Steuerfreie Zuschläge für Arbeitnehmer

Steuernews: Steuerfreie Zuschläge für Arbeitnehmer

Sonn- und Feiertage, wie z.B. die Osterfeiertage, bedeuten für Arbeitnehmer oft Sonderzuschläge. Lesen Sie im folgenden Artikel, worauf Sie achten müssen, damit die Zuschläge steuerfrei bleiben. Eine Steuerbefreiung von Zuschlägen setzt voraus, dass die Zuschläge von Nacht-, Feiertags oder Sonntagsarbeit neben dem “Grundlohn” gezahlt werden. An gesetzlichen Feiertagen wie aktuell z.B. Karfreitag, Ostersonn- und -montag,  bleibt ein Lohnzuschlag von bis zu 125% zusätzlich zum Grundlohn steuerfrei – auch die Sozialversicherungsbeträge werden diesem Zuschlag nicht angepasst. Definition von Feiertagen im Lohnsteuerrecht Der Ostersonntag gilt im Lohnsteuerrecht zu den gesetzlichen Feiertagen – auch dann, wenn er am Arbeitsplatz selbst nicht ausdrücklich so benannt ist. Als Feiertagsarbeit gilt Arbeit, die in der Zeit von 0 bis 24 Uhr des jeweiligen Tags getätigt wird. Sollte die Arbeit bereits vor 0 Uhr des Feiertags beginnen, so ist auch die Zeit von 0 bis 4 Uhr des Folgetages als Feiertagsarbeit zu sehen. Wichtig: Der Zuschlagssatz gilt nur wenn der Grundlohn, auf den der Zuschlag basiert, eine Höhe von €50,- pro Stunde nicht übersteigt. Lohnzuschläge für geleistete Überstunden und Mehrarbeit sind immer steuerpflichtig und werden auch auf die Sozialversicherungsbeiträge angerechnet. Sonderfall: Nachtarbeit an Feiertagen Als Nachtarbeit ist Arbeit zwischen 20 Uhr Abends und 06 Uhr Vormittags definiert. Fällt diese Nachtarbeit auf einen Feiertag, kann dem Arbeitnehmer neben dem o.g. Feiertagszuschlag ein weiterer Zuschlag  gezahlt werden. Bei diesem sog. “Nachtarbeitszuschlag an Feiertagen” gilt eine Höhe von 25% des Grundlohns als steuer- und somit auch beitragsfrei. In Summe ist an solchen Feiertagsnächten ein möglicher steuer- und beitragsfreier Zuschlagssatz von bis zu 150% möglich. Welche Voraussetzungen gelten für Steuerfreiheit? Zuschläge sind dann steuer- und beitragsfrei, wenn sie für tatsächlich geleistete Arbeit an Feiertags-, Sonntags- und auch Nachtarbeit bezahlt werden. Grundsätzlich müssen die tatsächlich geleisteten Stunden einzeln aufgelistet werden. Nur in Ausnahmefällen ist dies nicht nötig. Der Grundlohn als Ausgangswert Alle Zuschläge werden auf Basis des Grund- oder Stundenlohns berechnet. Dies ist der Arbeitslohn, den der Arbeitnehmer für seine regelmäßige Arbeitszeit erhält. Sollten Sie Fragen rund um das Thema „Steuerfrei Zuschläge für Arbeitnehmer“ oder allgemein zu ihrer „Steuererklärung“ haben, kontaktieren Sie uns gerne zu einem kostenlosen Erstgespräch. Ihre Kanzlei Böttcher