Die Finanzierung von Startups durch staatliche Förderung oder den Gründerzuschuss

In unserem letztem Blogbeitrag vom 15.November 2016 “Die Top 4 Möglichkeiten der Finanzierung für Startups” haben wir bereits einen Überblick über die Möglichkeiten der Kapitalgewinnung bzw. Finanzierung für den Unternehmensstart gegeben. Um tiefer in diese Materie einzusteigen, informieren wir in diesem Beitrag über die Unterschiede der staatlichen Fördermittel /-programme und dem Gründerzuschuss. Warum gibt es staatliche Förderungen? Welche Voraussetzungen werden benötigt? Wie erhält man den Zuschlag zur Förderung? Gerne beraten wir Sie auch persönlich und individuell auf Ihr Unternehemen abgestimmt. Kontaktieren Sie uns gerne hier.

Gründerzuschuss vs. staatliche Förderung Was ist Was ?

Der Gründungszuschuss

Der Gründungszuschuss ist eine Ermessensleistung der aktiven Arbeitsförderung, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Die Förderung der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit soll zu einer möglichst nachhaltigen beruflichen Integration führen. Der Gründungszuschuß kann bei der Agentur für Arbeit beantragt werden, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Der Gründer ist bereits arbeitslos gemeldet und hat einen bestehenden Anspruch auf mindestens noch 150 Tage Arbeitslosengeld.
  • Der Gründer hat das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet.
  • Es kann ein überzeugender Businessplan vorgelegt werden, der tragfähig ist und die Kompetenzen des Gründers nachweist.

Der Gründungszuschuss wird in zwei Phasen geleistet. Für sechs Monate wird der Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes zur Sicherung des Lebensunterhalts und 300 € zur sozialen Absicherung gewährt. Für weitere neun Monate können 300 € pro Monat zur sozialen Absicherung gewährt werden, wenn eine intensive Geschäftstätigkeit und hauptberufliche unternehmerische Aktivitäten dargelegt werden. Eine erneute Förderung ist nicht möglich.

Fördermittel/ -programme

Die bekanntesten und wichtigsten Förderprogramme/-gelder sind: 1. Exist Ein Förderprogramm des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das EXIST-Gründerstipendium ist zugänglich für Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die ihre Gründungsidee realisieren. Bei den Gründungsvorhaben sollte es sich um innovative, technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten handeln. Mehr dazu auf der Seite des BMWi. 2. Gründerdarlehen Wenn kein Anspruch auf einen Gründerzuschuss besteht, unterstützt die KfW Bank mit einem Gründerdarlehen. Hierbei ist zu beachten, dass die Antragsstellung vor der Gründung des Startups liegen muss. Folgende Unterlagen müssen im Vorfeld bereitgestellt werden:

  • Präsentation des Existenz-Gründungsvorhaben / Geschäftsidee
  • Stellungnahme einer fachkundigen Stelle bsplw. Steuerberater oder Anwalt, zur Tragfähigkeit der Existenzgründung
  • Nachweise der Kompetenzen
  • Gewerbeanmeldung Ggf. sind weitere Inhalte erforderlich. Wir empfehlen dazu die Beratung durch einen fachkundigen Steuerberater oder aber die Förderdatenbank.

3. Förderprogramme der EU Die Förderprogramme der EU dienen vor allem den Startups, die einen erschwerten Zugang zum Kapitalmarkt haben. Das EU-Förderprogramm wurde als Mikrofinanzierung aufgesetzt. Wer Fördermittel der Europäischen Union beantragen möchte, sollte sich am besten kompetente Unterstützung durch Fachberater holen. 4. Weitere Förderarten:

Einen umfassenden Überblick über von Förderarten und Fördergeldern finden Sie hier.

Der richtige Zeitpunkt für Fördermittel?

Jedes Förderprogramm besitzt seine eigene Regularien und Vorgaben. Daher empfehlen wir vorab über die entsprechenden Fristen und Abgabetermine zu informieren. Bei einigen Förderprogrammen ist der zeitliche Faktor sehr entscheidend und nur im Voraus möglich, während es bei andern Förderprogrammen auch noch nach 2 Jahren der Unternehmensgründung möglich sein kann. Generell gibt es keinen guten oder schlechten Monat fürs Fördergeld-Timing.

 Fazit – Gründungszuschuss vs. Staatliche Fördermittel

Wer vor der Gründung des Startups arbeitslos war, kann sich um einen Startzuschuss für den Schritt in die Selbstständigkeit durch den Gründerzuschuss beim Arbeitsamt bewerben. Für Gründer, die noch an einer Universität studieren oder diese bereit abgeschlossen haben, gibt es die Möglichkeit des Exist Gründerstipendiums. Die Vorteile gegenüber Förderprogrammen der Banken sind, dass diese Art der Förderung nicht zurückgezahlt werden müssen. Um den richtigen Weg der Finanzierung eines Startups zu ermitteln, lohnt es sich in jedem Fall einen kompetenten Partner an der Seite zu haben, der einem die passenden Wege aufzeigt. Bsplw. Steuerberater oder Anwälte. Diese können beratend zur Seite stehen und aber auch bei der Erstellung des Businessplan oder bei der Realisierung der Kennzahlen-Ermittlung unterstützen. Falls auch Sie, unabhängig ob in Hamburg ansässig, ein neues Unternehmen gründen möchten oder auch bereits gegründet haben und nach sinnvollen Finanzierungsmöglichkeiten suchen, dann wenden Sie sich gerne an unsere kompetente Steuerkanzlei, um sich ausführlich zu diesem Thema beraten zu lassen. Wir freuen uns schon auf Sie. Ihre Steuerkanzlei Böttcher aus Hamburg

Änderungen zur Einkommensteuererklärung 2016

Was sich geändert hat

Steht Ihnen die Steuererklärung für 2016 noch bevor? Vielleicht haben Sie ja in den nächsten Wochen Lust, ein Stündchen am Wochenende oder nach Feierabend zu investieren, um diese lästige Pflichtaufgabe zu absolvieren. Bevor die Finanzämter ab Ende Mai in Steuerklärungen versinken und Sie gegebenenfalls monatelang auf Ihren Steuerbescheid warten dürfen. Denn oft lässt sich von Vater Staat ein hübsches Sümmchen zurückholen. Was sich in der Steuergesetzgebung im Vergleich zu 2015 geändert hat, haben wir für Sie in den folgenden Steuertipps zusammengefasst.

Freibeträge

Gute Nachrichten für Familien: Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag, Kindergeld, Kinderzuschlag und Unterhaltsfreibetrag sind gestiegen. Damit können Sie jetzt folgende Beträge in der Steuererklärung geltend machen:

  • Der Grundfreibetrag erhöhte sich von 8.472 Euro auf 8.652 Euro.
  • Um die kalte Progression auszugleichen, wurden zudem die Tarifeckwerte um 1,482 Prozent „nach rechts“ verschoben.
  • Der Kinderfreibetrag stieg für jedes Elternteil von 2.256 Euro auf 2.304 Euro.
  • Das Kindergeld wurde jeweils um 2 angehoben und liegt damit in 2016 für das erste und zweite Kind bei 190 Euro, beim dritten Kind bei 196 Euro und ab dem vierten Kind bei 221 Euro.
  • Der Kinderzuschlag für bedürftige Familien stieg ab dem 01.07.2016 von 140 Euro auf 160 Euro.
  • Der Unterhaltsfreibetrag wurde dem Grundfreibetrag von 8.652 Euro angepasst.

Zudem wird der Lohnsteuerfreibetrag von den Finanzämtern nicht mehr nur für ein Jahr, sondern seit 01.01.2016 für zwei Jahre ausgestellt.

Altersvorsorgeaufwendungen

Der Höchstbetrag für Altersvorsorgeaufwendungen stieg für 2016 auf 22.767 Euro, von denen 82 Prozent, also 18.669 Euro, steuermindernd in der Steuererklärung geltend gemacht werden dürfen.

Betriebliche Altersvorsorge

Die steuer- und sozialversicherungsfreie Beitragsbemessungsgrenze wurde von 72.600 Euro auf 74.400 Euro erhöht. Damit können jetzt 2.976 Euro statt bislang 2.904 Euro gefördert werden.

Rentenbesteuerung

Für Rentner, die in 2016 erstmals Rente bezogen haben, erhöht sich der steuerpflichtige Anteil der Rente auf 72 Prozent. Für alle anderen bleibt der zu versteuernde Teil in der Steuererklärung wie gehabt.

Neue Bestimmungen bzgl. der Steuer-Identifikationsnummer

Zur eindeutigen Zuordnung müssen ab der Einkommensteuererklärung 2016 in folgenden Fällen neben den sonstigen Daten des Begünstigten bzw. des Empfängers auch die Steuer-Identifikationsnummer vermerkt werden:

  • bei Unterhaltszahlungen (ID vom Unterhaltsempfänger)
  • bei Schenkungen und Erbschaften ( ID vom Begünstigten)
  • bei Kindergeldanträgen (ID des Kindes)

Kapitalertragssteuer

Mitte letzten Jahres wurde ein Gesetz für eine neue Investmentbesteuerung gegen Steuervermeidung und Missbrauch erlassen, um die sogenannte „aggressive“ Steuergestaltung in Form von Cum/Cum-Gestaltungen zu stoppen. Die Bundesregierung dazu: „Die Cum/Cum-Gestaltungen sind darauf angelegt, die Besteuerung der Dividenden durch ausländische Anleger mit Hilfe inländischer Investmentfonds oder Kreditinstitute zu umgehen.“ Die neue Regel gilt für Kapitalerträge ab 20.000 Euro – und rückwirkend zum 01.01.2016. Wenn Sie darüber hinausgehende Beratung bei Ihrer Steuererklärung 2016 wünschen, wenden Sie sich gern an uns. Wir freuen uns auf Sie. Ihre Steuerkanzlei Böttcher in Hamburg

Steuer: Anlage Kind

Was für die Steuer bei der Anlage Kind zu beachten ist

Wer in der glücklichen Lage ist, Kinder zu haben, hat bei seiner Steuererklärung Sorge zu tragen, sein Kind bzw. seine Kinder über die „Anlage Kind” steuerlich zu berücksichtigen. Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten oder Kindergeld sollten für die Steuer geltend gemacht werden, um die Abgabenlast zu senken. Hier haben wir einige Steuertipps, die Sie für die Anlage Kind befolgen sollten:

Keine Steuererklärung ohne Anlage Kind

Wer Kinder hat, muss die Anlage Kind ausfüllen, egal ob ihm dies auf den ersten Blick vorteilhaft erscheint oder nicht. Letztendlich wird aber niemandem dadurch ein steuerlicher Nachteil entstehen, denn durch Kinder werden auch der Soli und die Kirchensteuer gemindert. Wichtig ist, dass für jedes Kind eine eigene Anlage Kind ausgefüllt werden muss und dass inzwischen auch die Steueridentifikationsnummer des Kindes benötigt wird. Sollte diese nicht bekannt sein, kann sie beim Finanzamt erfragt werden.

Kinderfreibetrag für Alleinerziehende

Leider ist die Situation für Alleinerziehende oft so, dass der Partner dem Unterhalt nicht nachkommt. Über die Steuer können Alleinerziehende diesen finanziellen Schaden zumindest ein wenig lindern: Die Kinderfreibeträge liegen für jedes Elternteil bei 2.304 Euro. Erhält der Alleinerziehende keinen Unterhalt, kann er den Teil des Partners zusätzlich auf sich übertragen lassen. Außerdem kann in der Steuerklärung ein Entlastungsbetrag in Höhe von 1.308 Euro zusätzlich zum Kindergeld geltend gemacht werden, unter der Voraussetzung, dass keine andere volljährige Person – Ausnahme sind weitere Geschwister – im Haushalt lebt, etwa ein neuer Partner.

Kindergeld

Vielen Eltern ist grundsätzlich immer noch unbekannt, wann Kindergeld beantragt werden darf, so dass Familien häufig auf diese Leistung der Familienkasse unfreiwillig verzichten. Doch wird in der Steuerveranlagung festgestellt, dass ein Kind berücksichtigungsfähig ist, kann Kindergeld auch im Nachherein beantragt werden. In der Steuererklärung ist der Kindergeldanspruch immer in voller Höhe einzutragen, unabhängig davon, wieviel vom Kindergeld an wen ausgezahlt wird. Viele Eltern glauben, der Anspruch ihres Kindes auf Kindergeld verfalle mit der Vollendung des 18. Lebensjahres. Dem ist nicht so:

  • Kindergeld wird bis zum 21. Lebensjahr gezahlt, wenn das Kind arbeitssuchend gemeldet ist, auch wenn es eine Berufsausbildung absolviert hat.
  • Volljährige Kinder erhalten Kindergeld bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, wenn sie in Ausbildung, Studium oder einem freiwilligen Jahr sind.
  • Kein Anspruch auf Kindergeld besteht, wenn das Kind Dienst bei der Bundeswehr leistet oder mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet.
  • Für ein behindertes Kind, das nicht in der Lage ist, sich selbst zu versorgen, wird das Kindergeld auch über das 25. Lebensjahr hinaus gezahlt.

Schule und Berufsausbildung

Schulgeld ist absetzbar, wenn es für eine allgemeinbildende oder berufsausbildende Schule genutzt wird. Der Besuch der Schule muss zu einem Schul-oder Berufsabschluss führen. Ein Studiengang zum Bachelor auf einer Privatschule ist hingegen nicht steuerlich geltend zu machen, weil hier kein herkömmlicher Abschluss erworben wird, sondern lediglich ein akademischer Grad. Für ein volljähriges Kind, das eine Ausbildung absolviert und auswärts wohnt, gibt es einen Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 Euro.

Kinderbetreuungskosten

Betreuungskosten für Kinder unter 14 Jahren sind über Sonderausgaben abzusetzen. Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Unterricht sind davon ausgeschlossen.

Krankenversicherung

Die Beiträge zur Krankenversicherung von Kindern sind über die Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend zu machen.

Betreuungskosten für behinderte Kinder

Für behinderte Kinder sind zusätzlich zu Pflege- und Betreuungskosten alle Kosten absetzbar, die im Zusammenhang mit der Behinderung stehen, beispielsweise Fahrten zu Ärzten, Reha, Schule etc. Wenn Sie eine eingehende Beratung zum Thema wünschen, kontaktieren Sie uns gern. Wir freuen uns auf Sie. Ihre Steuerkanzlei Böttcher in Hamburg

Maßnahmen gegen Steuerbetrug an Ladenkassen

Um den massiven Steuerbetrug an Ladenkassen und die damit fehlenden Steuereinnahmen wirksamer zu bekämpfen, verabschiedete der Bundesrat Ende 2016 das „Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“, das ab 2020 endgültig in Kraft tritt. Die darin beschlossenen Maßnahmen gelten für alle Unternehmen und Einzelpersonen, die elektronische Kassensysteme nutzen. Überall dort, wo viel mit Bargeld gezahlt wird, wie in kleineren Geschäften, Apotheken oder der Gastronomie, ist Manipulationen Tür und Tor geöffnet: Einnahmen wandern ohne Quittungen in die Ladenkasse, Buchungen werden storniert, Umsätze gelöscht und Kassenaufzeichnungen auf kreativste Art und Weise manipuliert. So entgehen dem Fiskus viele Milliarden Euro Steuereinnahmen. Dem will der Staat jetzt einen Riegel vorschieben.

Neue Kassensysteme sollen Steuerbetrug an Ladenkassen verhindern

Mit der Umstellung von elektronischen Registrierkassen verspricht das Gesetz ein fälschungssicheres System, das (nachträgliche) Daten-Manipulationen von außen verhindern soll. Konkret bedeutet dies, dass alle Aufzeichnungssysteme spätestens ab 2020 eine zertifizierte Sicherheitseinrichtung benötigen. Diese wird vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) definiert und zertifiziert – die Einzelheiten dazu werden noch ausgearbeitet. Welche technischen Anforderungen stellt die neue Sicherheitseinrichtung? Sie beinhaltet drei Komponenten, und zwar:

  • ein Sicherheitsmodul, das Manipulationen ausschließen soll
  • ein Speichermedium, das die Geschäftsvorgänge dokumentiert
  • und eine digitale Schnittstelle, die Kassenkontrollen für die Betriebsprüfer erleichtert

Belegausgabepflicht gegen Steuerbetrug an Ladenkassen

Die Ausgabe von Quittungen wird verpflichtend. Eine Ausnahme dieser Regel besteht bei Zumutbarkeitsgründen, wenn z.B. Unternehmen Waren an eine Vielzahl von nicht bekannten Kunden verkaufen. Auch Würstchenverkäufer auf Schützenfesten und Sportplätzen müssen weiterhin keine Quittungen ausstellen.

Was ist noch neu?

Eine allgemeine Registrierkassenpflicht wird es weiterhin nicht geben; die offene Ladenkasse ist also weiterhin möglich. Zu beachten ist allerdings:

  • Die Einzelaufzeichnungspflicht wird präzisiert: Jegliche Kasseneinnahmen und -ausgaben müssen vollständig und unveränderbar dokumentiert werden.
  • Es besteht Meldepflicht für elektronische Aufzeichnungssysteme: Anschaffung und Abschaffung neuer Kassensysteme muss innerhalb eines Monats angezeigt werden.
  • Registrierkassen, die ab 25.11.2010 erworben wurden und noch nicht aufrüstbar mit den entsprechenden neuen Systemen sind, müssen erst zum 01.01.2023 umgerüstet sein.

Finanzämter weiten Kassenkontrollen aus

Die sogenannte „Kassen-Nachschau“, mit der Kassenaufzeichnungen und deren Übertrag in die Buchführung geprüft werden, erlaubt unangemeldete Kontrollen der Steuerbehörden. So soll Manipulationen Einhalt geboten bzw. zeitnah aufgeklärt werden. Bereits ab 2018 darf das Finanzamt die Kassen-Nachschau durchführen.

Bußgelder bei Steuerbetrug an Ladenkassen

Bis zu 25.000 Euro Geldbuße kann zukünftig bei Steuerbetrug an Ladenkassen erhoben werden – unabhängig davon, ob ein steuerlicher Schaden entstanden ist. Gründe sind Zuwiderhandlungen wie nicht eingesetzte Software bzw. nicht legitimierte Kassensysteme und fehlender oder unzureichender Schutz der Daten. Wer Manipulationssoftware nutzt oder diese verkauft, macht sich natürlich ebenfalls strafbar. Wenn Sie mehr Informationen zum Thema Steuerbetrug an Ladenkassen wünschen, kontaktieren Sie uns gern. Wir freuen uns auf Sie. Ihre Steuerkanzlei Böttcher in Hamburg

Finanzgericht Köln: Urteil zur Steuerbegünstigung bei der Veräußerung einer Arztpraxis

In Bezug auf die Veräußerung einer Arztpraxis oder anderer Freiberuflerpraxen kommt es häufig zu Fragen hinsichtlich der Besteuerung dieses Verkaufs. Grundsätzlich werden Gewinne, die auf den Verkauf oder die Aufgabe einer Praxis zurück zu führen sind, begünstigt besteuert. Doch macht sich der Arzt, Anwalt oder Steuerberater aus Hamburg nach der Veräußerung seiner Praxis in der Nähe seiner alten Wirkungsstätte wieder selbstständig, kann es in Bezug auf die Steuerbegünstigung zu einer bösen Überraschung kommen. Das zeigt auch ein Urteil des Finanzgerichts Köln aus dem Jahr 2014.    

Was sollte beim Verkauf einer Arztpraxis bedacht werden?

Als Arzt, Steuerberater oder Anwalt ist es nicht unüblich, dass trotz einer Praxisaufgabe, die berufliche Tätigkeit weiter fortgeführt wird. Denn so ganz geht man ja nie. Unschädlich ist dies auch für den Fall, dass der Arzt sich in der Praxis seines Nachfolgers als Angestellter oder als freier Mitarbeiter weiter betätigt. Problematisch hingegen wird es, wenn der Verkäufer sich schon kurze Zeit nach der Praxisveräußerung in der Nähe seiner alten Wirkungsstätte wieder mit einer neuen Praxis selbstständig macht. In dem Fall ist es sehr wahrscheinlich, dass die Steuerbegünstigung gemäß § 18 Abs. 3 i.V.m. §§ 16 Abs. 2 bis 4, 34 EStG rückwirkend entfällt und nachgezahlt werden muss. Die Rückzahlung der Einkommenssteuer kann unter Umständen empfindlich hoch ausfallen.    

Kann man sich nach der Veräußerung einer Arztpraxis überhaupt wieder ohne steuerliche Nachteile selbstständig machen?

Dies ist selbstverständlich möglich. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass eine zeitliche und räumliche Abgrenzung des begünstigten Veräußerungsgewinns vom nicht begünstigten laufenden Gewinn zu erkennen ist. Das bedeutet, dass ein Arzt aus Hamburg seine freiberufliche Tätigkeit in seinem bisherigen Wirkungskreis zumindest für eine “gewisse Zeit” aufgeben muss. Er darf seinem Praxisnachfolger also keine Konkurrenz machen. Wann das Kriterium der “gewissen Zeit” erfüllt ist, wird von Fall zu Fall unterschiedlich beurteilt. In dem im Jahr 2014 vor dem Finanzgericht Köln verhandelten Fall, wurde eine Wartezeit von 22 Monaten als nicht ausreichend bewertet. In der Literatur wird für eine Wartezeit von rund drei Jahren plädiert.    

Fazit:

Um die durch die Veräußerung einer Arztpraxis in Hamburg erhaltenen Steuerbegünstigungen nicht zu gefährden, sollte die Eröffnung einer neuen Praxis im alten Wirkungskreis nicht oder nur nach ausreichend langer Wartezeit in Erwägung gezogen werden. Um steuerrechtlich auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie als Arzt oder Anwalt aus Hamburg, bei solchen komplexen Verkaufsvorgängen in jedem Fall den Rat einer erfahrenen Steuerkanzlei einholen. Wir freuen uns darauf Sie zu beraten.  

Außergewöhnliche Belastungen (§ 33 EStG) bei Heimunterbringung im Alter?

Stellen Aufwendungen für eine Heimunterbringung aus Altersgründen außergewöhnliche Belastungen dar?

In der heutigen Zeit werden die Menschen erfreulicherweise immer älter. Dieser an sich positive Umstand macht aber gleichzeitig vielen Menschen Sorgen, ob sie im Alter pflegebedürftig werden, und wie diese Kosten für die menschenwürdige Unterbringung und Pflege getragen werden können. In der Tat steigt die Zahl der Pflegebedürftigen seit Jahren kontinuierlich an. Insofern stellt sich zum Beispiel die Frage, ob die Aufwendungen für eine Heimunterbringung aus Altersgründen steuerlich als außergewöhnliche Belastungen, § 33 EStG, geltend gemacht werden können? Wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen, ist die Geltendmachung dieser Kosten durchaus zulässig.  

Aufwendungen für eine Heimunterbringung aus Altersgründen erfolgreich durchsetzen

Die Voraussetzungen, um die Aufwendungen für eine Heimunterbringung aus Altersgründen als außergewöhnliche Belastungen im Sinne des § 33 EStG darzustellen, sind sehr eng gefasst. In der Regel können die Kosten für eine Unterbringung in einem Altenheim eben nicht berücksichtigt werden, weil der Umzug in ein Altenheim aus Altersgründen zu dem normalen Lebensrisiko gehört. Somit stellt es an sich noch keine außergewöhnliche Belastung dar. Im vom Sächsischen Finanzgericht dazu entschiedenen Fall hatte eine im Jahre 1924 geborene Klägerin versucht, die Heimkosten und Pflegekosten als Aufwendungen für eine Heimunterbringung aus Altersgründen im Sinne einer außergewöhnlichen Belastung durchzusetzen. Das Gericht hatte die Klage aber mit Verweis auf die normalen Lebensrisiken im Alter zurückgewiesen. Der Sachverhalt war hier, dass der Umzug der Klägerin zunächst ausschließlich aus Altersgründen erfolgt war. Dementsprechend hatte sie zunächst auch keine Pflegeleistungen des Altenheimes in Anspruch genommen. Erst nachdem ihr ein Jahr später die Pflegestufe 1 durch den MDK zuerkannt wurde, hatte sie versucht, die Aufwendungen für eine Heimunterbringung aus Altersgründen im Sinne des § 33 EStG anrechnen zu lassen. Dieses hat das Gericht abgelehnt, wobei aber noch keine Rechtskraft besteht, sondern die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen wurde. Nach dem Urteil können Aufwendungen für eine Heimunterbringung aus Altersgründen nur dann im Sinne einer außergewöhnlichen Belastung geltend gemacht werden, wenn die Pflegebedürftigkeit ursächlich für den Umzug in ein Heim ist.  

Voraussetzungen und Ausschluss für die Anwendung des § 33 EStG im Überblick

 

  • die Heimunterbringung erfolgt nicht freiwillig oder “nur” aus Altersgründen, sondern eindeutig krankheitsbedingt
  • ein Schwerbehindertenstatus reicht nicht grundsätzlich aus, kann allenfalls eine Indizwirkung haben
  • die normale Lebensführung im Alter mit Umzug in ein Altenheim stellt kein Tatbestandsmerkmal dar

 

Fazit: Jeden Einzelfall genau prüfen

Wenn Sie aus Altersgründen in ein Altenheim umziehen müssen, aber bereits pflegebedürftig sind, sollten Sie Ihre Rechte bezüglich der Anwendung des § 33 EStG für Aufwendungen für eine Heimunterbringung aus Altersgründen auch geltend machen, wenn Sie dadurch steuerlich bessergestellt sind. Im Zweifel sollten die Pflegeärzte oder Beratungsstellen vorher um Rat gefragt werden. Aufwendungen für eine Heimunterbringung aus Altersgründen geltend zu machen, kann in der schwierigen Lebenssituation zumindest finanziell entlasten, wenn man steuerpflichtig ist. Wie die genaue steuerrechtliche Lage in Ihrem persönlichen Fall  ist und ob sie wenigstens einen Steuernutzen aus ihrer Situation ziehen können, wollen wir gerne für Sie herausfinden. Besuchen Sie uns einfach in unserer Steuerkanzlei in Hamburg-Eppendorf, unser kompetentes Team freut sich darauf Ihnen zu helfen. Telefonisch erreichen Sie uns unter der Nummer 040 / 411 60 62 – 70. Gerne können Sie einen Termin in unserer Kanzlei vereinbaren. Diese befindet sich in der Goernestraße 13 a in Hamburg. Wir freuen uns auf Sie!

BFH Urteil zur häuslichen Nutzung von Arbeitszimmern

In Deutschland erledigen Millionen von Menschen ihre Arbeit zumindest teilweise von einem häuslichen Arbeitszimmer aus. Natürlich liegt für diese Personen der Gedanken nahe, die Kosten für das heimische Büro von der Steuer abzusetzen. Doch nach einem neuen Urteil des Bundesfinanzhofs, sind die Hürden für die steuerliche Geltendmachung eines häuslichen Arbeitszimmers sehr hoch. Doch welche Voraussetzungen muss ein häusliches Arbeitszimmer erfüllen, damit man es von der Steuer absetzen kann?    

Worauf müssen Freiberufler achten, um die Kosten für ihr Arbeitszimmer steuerlich abzusetzen?

Die erste Voraussetzung, die ein Büro in den eigenen vier Wänden erfüllen muss, um auch in steuerlicher Hinsicht als Arbeitszimmer zu gelten ist, dass der Raum den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung bilden muss. Das bedeutet laut dem Bundesfinanzhof, dass er ausschließlich oder nahezu ausschließlich für berufliche oder betriebliche Zwecke genutzt werden darf. Ein Freiberufler, der sein Büro zu Hause nur zeitweise für Arbeitszwecke nutzt und daneben noch in einem Unternehmen bzw. im Außendienst tätig ist, kann also nicht von Steuerbegünstigungen profitieren. Bei Unklarheiten kann jederzeit ein Steuerberater zu Rate gezogen werden. Als weitere Voraussetzung muss der beruflich genutzte Raum als Arbeitszimmer eingeordnet werden können. Er muss durch seine Funktion, Ausstattung und Lage eindeutig als Büro erkennbar sein. Eine Arbeitsecke in einem ansonsten anderweitig genutzten Raum reicht nicht aus, um den gesamten Raum als Arbeitszimmer zu klassifizieren.    

Kostenaufteilung wird vom Bundesfinanzhof nicht akzeptiert

Falls ein Büro nur zu einem klar abgrenzbaren Anteil als Arbeitszimmer genutzt wird, kann es dennoch nicht anteilig von der Steuer abgesetzt werden. Das hat der Bundesfinanzhof in seinem Beschluss vom 27.07.15 noch einmal betont. Dies würde nur zu Rechtsunsicherheiten führen.    

Fazit:

Freiberufler, Selbstständige oder Arbeitnehmer können ihr Büro nur dann von der Steuer absetzen, wenn sie es ausschließlich oder nahezu ausschließlich nutzen und der Raum als Arbeitszimmer zu klassifizieren ist. Falls Sie zu diesem Thema noch Fragen haben, verabreden Sie einen unverbindlichen Gesprächstermin und besuchen Sie uns in unserer Steuerkanzlei in Hamburg-Eppendorf.  

Gastwirte müssen eigenes Trinkgeld korrekt versteuern

Gastwirte müssen eigenes Trinkgeld korrekt versteuern

  In der Gastronomie sind Trinkgelder üblich. Viele Gastwirte wissen jedoch nicht genau, wie und ob sie eigene Trinkgelder und die ihrer Angestellten versteuern müssen. Wer hier falsche Angaben macht, erlebt unter Umständen ein böses Erwachen.  

Bei Arbeitnehmern ist Trinkgeld Teil des Arbeitslohnes

Wenn Arbeitnehmer von Kunden Trinkgelder erhalten, werden sie steuerrechtlich anders behandelt als ihre Chefs. In den meisten Fällen müssen Servicekräfte und andere Angestellte keine Trinkgelder Steuern bezahlen. Erhält der Unternehmer selbst Trinkgelder, muss er diese als Betriebseinnahmen angeben. Hat der Unternehmer Trinkgeldzahlungen nicht aufgeführt und hält das Finanzamt die angegebenen Einnahmen für unglaubwürdig, setzt es eine fiktive Summe für Trinkgelder fest. Diese ist in der Regel höher als die tatsächlichen Zuwendungen. Trinkgeld für Arbeitnehmer ist steuerfrei, wenn – es anlässlich einer Arbeitsleistung – freiwillig – und zusätzlich zum Betrag, der für diese Arbeitsleistung vereinbart ist, gegeben wird  

Nur Arbeitnehmer zahlen keine Trinkgelder Steuern

Wenn ein Arbeitnehmer Trinkgelder erhält, zählen diese als Zuwendungen Dritter zwar zum Arbeitslohn, doch seit 2002 sind sie häufig von der Einkommensteuer befreit. Seither unterscheidet der Gesetzgeber zwischen klassischem Lohn und Trinkgeld, sofern das Trinkgeld für eine erbrachte Arbeitsleistung gezahlt wurde. Diese Zuwendung ist Ausdruck der Zufriedenheit des Kunden und es setzt eine persönliche Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Kunden voraus. Gibt der Arbeitgeber das Trinkgeld an seine Mitarbeiter weiter, besteht nicht mehr die persönliche Beziehung zwischen Gast und Servicekraft. Somit ist der Arbeitgeber steuer- und sozialversicherungspflichtig. Auch Trinkgeld-Gemeinschaftskassen, wie man sie häufig beim Friseur vorfindet, sind nicht steuerfrei. Weil die gesammelten Trinkgelder unter den Angestellten verteilt werden, besteht auch hier keine persönliche Beziehung zwischen Gast und Angestellten. Selbst der Bedienzuschlag, der in der Speisekarte steht, ist nicht steuerfrei, denn auch diese Zahlung erfolgt unfreiwillig. Der Gast erklärt sich bei der Bestellung des Essens damit einverstanden, hat aber keine Wahlmöglichkeit. Diese Trinkgelder sind steuerpflichtig: – feste Bedienungszuschläge zwischen 10 und 15 % im Gaststättengewerbe – Metergelder bei Transportunternehmen – Trinkgeldzahlungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer  

Trinkgelder Steuern: Mit Quittungen auf der sicheren Seite

Selbstständige Gastronomen müssen für alle Trinkgelder Steuern zahlen, die der Gast einem Angestellten nicht direkt gegeben hat. Sie sind genauso steuerpflichtig wie selbstständige Taxifahrer, deren Fahrgäste den Fahrpreis aufrunden. Da die Finanzämter hier sehr genau sind, sollten Gastwirte und Selbstständige im Dienstleistungssektor exakt Buch führen und alle Trinkgelder nachweisen können. Schließlich wissen Finanzämter, in welchen Branchen Trinkgelder üblich sind und in welchen nicht. Unternehmer können für Trinkgelder Steuern sparen und sie als Betriebsausgaben geltend machen, wenn jede Zahlung mit einer Quittung belegt wird. Idealerweise liefern Gastwirte ihrem Finanzamt eine maschinell erstellte Rechnung, in der das Trinkgeld ein separater Posten ist.   Fazit: Bei der Trinkgeldbesteuerung lauern einige Fallstricke. Um als Arbeitgeber eine Pauschalfestsetzung durch das Finanzamt zu vermeiden, sollte man alle Trinkgeldzahlungen an seine Angestellten nachweisen können. Zuwendungen Dritter an Servicekräfte sind steuerfrei.   Die Steuerkanzlei Böttcher hat die steuerliche Beratung von Unternehmen aus dem Bereich der Gastronomie als Kernbereich erschlossen. Wir beraten eine Vielzahl an kleinen und mittelständischen Unternehmen der Gastro-Branche in Hamburg und über Hamburgs Stadtgrenzen hinaus. Unsere Erfahrung bzgl. der unterschiedlichsten Herausforderungen dieser Branche ist Basis für unsere Kompetenz und Voraussetzung als Ihr fähiger Partner für die Steuerlandschaft.

FG Hamburg: Kirchgeld bei Zusammenveranlagung in glaubensverschiedener Ehe

Viele Ehepaare entscheiden sich bei der Steuererklärung für die Variante der gemeinsamen steuerlichen Veranlagung. Dies gilt auch für Ehepartner, die verschiedenen Glaubensgemeinschaften angehören. Das Finanzgericht Hamburg hat im September 2015 einen Fall entschieden, bei dem es um den Einspruch gegen eine Kirchgeld – Festsetzung eines zusammen veranlagten Ehepaares ging. Aufgrund des nur aus der Perspektive des Ehemanns formulierten Einspruchs, entschied das Gericht dahingehend, dass die Klägerin die Einspruchsfrist nicht gewahrt hatte.    

Kirchensteuer in Hamburg – Worum ging es in dem Urteil

Bei der Klägerin handelt es sich um eine Angehörige der evangelischen-lutherischen Kirche, die daher der Kirchensteuer in Hamburg unterfällt. Ihr Ehemann gehört einer freireligiösen Gemeinschaft an, die laut des Hessischen Kirchensteuergesetzes berechtigt ist Kirchensteuer zu erheben, von diesem Anrecht allerdings keinen Gebrauch macht. Aufgrund der gemeinsamen Veranlagung, errechnete das Finanzamt unter Einbeziehung des zu versteuernden Einkommens ein Besonderes Kirchengeld. Bei diesem handelt es sich um eine spezielle Form der Kirchensteuer, welches laut kirchensteuerrechtlicher Regelungen der Bundesländer dann erhoben werden darf, wenn sich ein Ehepaar gemeinsam veranlagen lässt und der Ehepartner mit dem geringeren Einkommen eigentlich nicht der Kirchensteuer in Hamburg unterliegt. Auch im Fall des Ehepaars aus Hamburg war diese Konstellation gegeben.    

Einspruch der Klägerin blieb ohne Erfolg

Gegen die Festsetzung des Kirchgeld wollte das Ehepaar, bzw. die Ehefrau als Steuerpflichtige, nun Einspruch erheben, indem sie diesen auf einem Briefbogen formulierten und in der Fußzeile ihrer beiden Namen vermerkten. Das Finanzgericht Hamburg wies den Einspruch jedoch als unzulässig zurück, da das Einspruch Schreiben aus der Ich – Perspektive des Ehemannes formuliert war und die Ehefrau nur in dritter Person erwähnt wurde. Dieses Schreiben reichte für einen rechtzeitige Einspruch der Ehefrau daher nicht aus und galt somit als nicht rechtzeitig eingereicht.    

Fazit:

Bei einer steuerlichen Zusammenveranlagung in einer glaubensverschiedenen Ehe gibt es viele verschiedene Gesichtspunkte zu beachten, von denen Laien zumeist nichts wissen können. Falls Sie noch weitere Fragen zur Kirchensteuer in Hamburg oder einer anderen verwandten Thematik haben, können Sie sich gerne an unsere Steuerkanzlei wenden. Wir freuen uns schon darauf Sie kennen zu lernen.  

Die richtige Besteuerung von Gutscheinen

Die richtige Besteuerung von Gutscheinen

  Die Möglichkeit Gutscheine auszugeben, ist gerade in der Gastronomie ein beliebtes Verkaufs- und Marketinginstrument. Doch Dinge, die vom normalen Verkaufsprozess abweichen, sind häufig steuerrechtlich kompliziert. Wie verhält es sich also mit der richtigen Besteuerung von Gutscheinen?  

Gutscheine sind bei Gastronomen und Gästen beliebt

  Gerade wenn Feiertage anstehen sind Gutscheine bei Gästen eine gefragte Ware. Andere verschenken Gutscheine für Restaurants gerne zum Geburtstag. Viele Gastronomen verbinden aber auch häufig Aktionen mit der Ausgabe oder dem Verkauf von Gutscheinen. So zum Beispiel Gutscheine für ein Candle-Light Dinner zum Valentinstag. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht gibt es dafür viele Argumente. So erhöht der Kauf von Gutscheinen die Liquidität und ermöglicht es Investitionen zu tätigen: so zum Beispiel der Einkauf der Ware für bestimmte Aktionen oder Feste. Auch bei den Punkten Kundenbindung, Marketing und Neukundenakquise ist der Gutschein ein äußerst positives Instrument, das Gastronomen gerne nutzen. Hinzu kommt der Effekt, dass einige Beschenkte ihre Gutscheine gar nicht einlösen.  

Gutscheine stellen eine Einnahme dar

  Sofern Sie Gutscheine tatsächlich verkaufen – also eine Einnahme haben – und nicht in Form eines Nachlasses oder dergleichen herausgegeben, ist der Erlös des Betrages zunächst einmal steuerpflichtig, was Umsatzsteuer, Einkommenssteuer und auch Gewerbesteuer betrifft. Sie müssen die Einnahme versteuern. Soweit dürfte die Sache unstrittig und nachvollziehbar sein. Unklarheiten bei der Besteuerung von Gutscheinen entstehen häufig bei der Frage, wann die durch Gutscheine erzielte Einnahme zu versteuern ist.  

Sachgutscheine vs. Wertgutscheine

  Bei den Gutscheinen müssen Sie prinzipiell bei der Besteuerung von Gutscheinen die verschiedenen Arten von Gutscheinen auseinanderhalten. Hierbei sind Sach- und Wertgutscheine von Interesse:  

  • Sachgutscheine geben keinen konkreten oder spezifischen Wert in Euro an sondern eine eine bestimmte Ware oder Dienstleistung. Das kann zum Beispiel die Teilnahme am Osterbrunch sein oder ein festgelegtes Drei-Gänge-Menü.
  • Wertgutscheine geben einen konkreten Wert in Euro an: zum Beispiel 100 Euro. Der Gutschein hat also den Gegenwert von 100 Euro, die der Gast im Restaurant verzehren kann.

  Die Besteuerung von Gutscheinen  

  • Umsatzsteuer bei Wertgutscheinen

  Bei Wertgutscheinen ist die Umsatzsteuer erst zu dem Zeitpunkt abzuführen, wenn der Gutschein eingelöst wird. In der Praxis hängt das dann davon ab, ob Sie die Vorauszahlung für die Umsatzsteuer monatlich oder quartalsweise abführen. Maßgeblich ist dann der Monat oder das Quartal, in dem der Gutschein eingelöst wurde. Aber Achtung: Wenn Sie dem Kunden beim Verkauf des Gutscheins eine Rechnung mit Mehrwertssteuerausweis erstellen, müssen Sie die Einnahme auch zu dem Zeitpunkt versteuern.  

  • Umsatzsteuer bei Sachgutscheinen

  Beim Verkauf von Sachgutscheinen ist der Zeitpunkt des Verkaufs für die Umsatzsteuer maßgeblich. In dem Fall können Sie auch gleich eine ordentliche Rechnung mit Mehrwertsteuerausweis erstellen.  

Einkommenssteuer bei Gutscheinen

  Was die Einkommenssteuer betrifft, hängt der Zeitpunkt bei der Besteuerung von Gutscheinen von Ihrer Unternehmensform ab.

  • Einzelunternehmer

Als Einzelunternehmer ist der Zeitpunkt, also das Steuerjahr, des Verkaufs maßgeblich.

  • Körperschaften

Sind Sie zur Erstellung einer Bilanz verpflichtet, was in der Regel bei Körperschaften wie einer GmbH der Fall ist, aber auch bei eingetragenen Kaufleuten, ist für die Besteuerung der Zeitpunkt der Einlösung maßgeblich.  

Fazit:

  Bei der Besteuerung von Gutscheinen ist sowohl die Art der Gutscheine als auch Ihre Unternehmensform entscheidend.   Die Steuerkanzlei Böttcher hat die steuerliche Beratung von Unternehmen aus dem Bereich der Gastronomie als Kernbereich erschlossen. Wir beraten eine Vielzahl an kleinen und mittelständischen Unternehmen der Gastro-Branche in Hamburg und über Hamburgs Stadtgrenzen hinaus. Unsere Erfahrung bzgl. der unterschiedlichsten Herausforderungen dieser Branche ist Basis für unsere Kompetenz und Voraussetzung als Ihr fähiger Partner für die Steuerlandschaft.