Anpassung der “30/70-Methode” für den Außerhausverkauf in der Gastronomie

Jedem Gastronomen in Deutschland dürfte wohl das Schreckgespenst Betriebsprüfung ein Begriff sein. Fallen der Finanzverwaltung Auffälligkeiten in der steuerlichen Veranlagung auf, kann das schon Anlass genug für so eine Prüfung der Bücher sein. Weist die Kassenführung eines Betriebes Mängel auf, so kann der Umsatz geschätzt und die in der Gastronomie übliche 30/70-Methode zum Einsatz kommen. Doch in welchem Umfang darf diese Schätzungsmethode eigentlich angewendet werden und was liegt ihr zugrunde? Das Finanzgericht in Münster hat zu dieser Frage im Dezember 2015 Stellung bezogen (Aktenzeichen 4 K 2616/14 E,G,U)    

 Was ist die sogenannte 30/70-Methode in der Gastronomie?

Dieser Schätzungsmethode liegt der Gedanke zugrunde, dass ein Gast im Durchschnitt zu jeder bestellten Speise die gleiche Anzahl an Getränken ordert. Das Verhältnis zwischen den bestellten Speisen und Getränken bleibt also in der Regel stabil. Mit Hilfe des Getränkeumsatzes kann demnach der Gesamtumsatz geschätzt werden.    

Worum ging es im aktuellen Urteil des Finanzgerichts Münster?

Der Kläger war Inhaber eines Restaurants, das sowohl einen klassischen Restaurant Bereich hatte, als auch einen Außerhausverkauf betrieb. Laut den Geschäftsunterlagen des Klägers, machten seine Einnahmen durch den Außerhausverkauf rund 30 Prozent seines Gesamtumsatzes aus. Da die Kassenführung des Gastronomen nicht den formellen und inhaltlichen Anforderungen genügte, musste der Prüfer die Umsätze schätzen und dazu einige Kalkulationen vornehmen. Hierzu bediente er sich den üblichen Vorgehensweisen, wie unter anderem der 30/70 Methode. Hiergegen wehrte sich der Kläger, da eine Diskrepanz zwischen den Getränkeumsätzen im Restaurant und den verkauften Getränken im Außerhausverkauf bestünde. Ein logischer Zusammenhang könnte im Sinne der 30/70 Methode nicht bejaht werden. Dieser Ansicht gab das Finanzgericht in diesem speziellen Fall recht und stellte fest, dass die zugrunde gelegte Getränkekalkulation aufgrund der hohen Anzahl an Außerhausverkäufen zu keinem befriedigenden Ergebnis käme.    

Was bedeutet dieses Urteil für die Gastronomie Szene in Hamburg?

Zum einen stärkt dieses Urteil die Rechte der Gastronomen gegenüber den Finanzbehörden in ganz Deutschland und weist zum anderen auf die große Relevanz einer ordentlichen Buchführung hin. Denn wer als Gastronomie Betreiber in Hamburg gar nicht erst in Konflikt mit der Finanzverwaltung geraten möchte, der sollte nicht auf eine professionelle Buchführung verzichten.    

Fazit

Grundsätzlich ist die 30/70-Methode zwar geeignet, die Umsätze in Speisegaststätten zu schätzen, kann aber in Einzelfällen nicht ausreichen, um die Individualität einer gastronomischen Bewirtung zu erfassen. Gastronomie Betreiber aus Hamburg können sich gerne an uns als professionelles Steuerbüro wenden, um mehr Informationen zu diesem Thema zu erhalten. Wir würden uns freuen, Sie in unserer Hamburger Steuerkanzlei begrüßen zu dürfen.

Der neue elektronische UV-Lohnnachweis ab 2017

Der neue elektronische UV-Lohnnachweis ab 2017

Ab 2017 gibt es ein mehrstufiges Verfahren zur Übermittlung des elektronischen UV-Lohnnachweises für Arbeitgeber. Vor dessen Einführung sind arbeitgeberseitig einige Aufgaben umzusetzen. Ab Herbst 2016 wird den Arbeitgebern eine PIN durch die Unfallversicherungsträger zugesandt, welche im Entgeltabrechnungsprogramm erfasst wird. Außerdem muss der Arbeitgeber vorab seine Stammdaten hinsichtlich der Unfallversicherung abgleichen. Wieso überhaupt gibt es ein neues Lohnsteuersystem? Dadurch wird das politische Ziel verfolgt, den bürokratischen Papierlohnnachweis abzuschaffen.  

Wie läuft das Ganze ab?

Prozessschritt 1: Eingabe der PIN Zuallererst versenden die Unfallversicherungsträger den Lohnnachweis-Vordruck mit entsprechender PIN an die Arbeitgeber. Diese fünfstellige nummerische PIN muss in das Entgeltabrechnungsprogramm eingepflegt werden. Es dient der Identifikation des Arbeitgebers im neuen Verfahren. Prozessschritt 2: Meldung der Stammdaten an die UV Vor der Übermittlung des elektronischen UV-Lohnnachweises muss der Arbeitgeber einen automatisierten Abgleich mit einer Stammdatendatei durchführen, die beim Spitzenverband der gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) vorliegt. Dazu muss der Arbeitgeber folgende Dokumente der DGUV bereitstellen:Die Betriebsnummer des Unfallversicherungsträgers, die UV-Mitgliedsnummer und die eingegebene PIN. Prozessschritt 3: Rückmeldung der Stammdaten durch die UV Die DGUV übersendet dem Arbeitgeber anschließend seine neuen Daten. Sie bilden die Basis für die Zuordnung der Arbeitnehmer zu den Gefahrtarifstellen. Des weiteren wird eine Aussage getroffen, nach welchem Maßstab die Beiträge berechnet werden (z. B. nach Entgelt oder Köpfen). Prozessschritt 4: Meldung des elektronischen UV-Lohnnachweises Der Arbeitgeber muss bis zum 16. Februar den UV-Lohnnachweis mit den Daten des Vorjahres ab geben. Ab 2019 wird der elektronische UV-Lohnnachweis die alleinige Grundlage für die Feststellung der Beitragsschuld. Der Papierlohnnachweis bleibt dennoch parallel bestehen, damit durch “Kinderkrankheiten” in dem neuen Verfahren nicht die Finanzierung der Unfallversicherung durcheinander gebracht wird.

Hamburger Zweitwohnungsteuer bei beruflicher Nebenwohnung eines Verheirateten nicht zulässig

Viele Ehepaare halten sich aus beruflichen Gründen unter der Woche in verschiedenen Städten auf. Hierzu besitzen einige dieser Paare aus rein praktischen Gründen eine Zweitwohnung. Denn wer möchte sich schon für jeden beruflichen Aufenthalt in einer Stadt ein Hotelzimmer anmieten? Der Bundesfinanzhof musste sich im September 2015 mit der Frage auseinander setzen, ob ein nicht dauernd getrennt lebendes Ehepaar, das aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung in Hamburg hat, Zweitwohnungsteuer abführen muss oder nicht.    

Zweitwohnungsteuer für die Nebenwohnung eines Verheirateten?

In dem vor dem Bundesfinanzhof verhandelten Fall ging es darum, dass ein seit mehreren Jahren verheirateter Mann, der bis 2011 seinen Hauptwohnsitz in Hamburg hatte, seinen Wohnort nach Köln, wo seine Frau lebte und arbeitete, verlegte. Noch im selben Jahr meldete der Mann einen Nebenwohnsitz in Hamburg an, da er dort nach wie vor an zwei bis drei Tagen in der Woche seinem Beruf nachging. In Hamburg arbeitete der Mann rund 15 Stunden in der Woche. Das zuständige Finanzamt setzte eine Zweitwohnungsteuer für das Bewohnen der Nebenwohnung fest, da der Kläger die Hamburger Wohnung nur sporadisch und daher nicht überwiegend genutzt habe. Gegen diese Festsetzung wollte der Kläger vorgehen. Doch das Finanzgericht gab seinem Begehren nicht statt. Im September 2015 hatte nun der Bundesfinanzhof über diesen Fall zu entscheiden.    

Die Entscheidung des Bundesfinanzhofes

Der Bundesfinanzhof beurteilte den Fall anders als die vorgelagerten Instanzen und hob die Steuerfestsetzung auf (BFH-Urteil Aktenzeichen II R 13/14). Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass nach dem § 2 Abs. 5 Buchst. c des Hamburgischen Zweitwohnungsteuergesetzes die Voraussetzungen “überwiegend” und “beruflich” in Kombination und nicht unabhängig voneinander erfüllt sein müssen. Finanzamt und Finanzgericht hatten das beide nicht getan. Die Befreiung von der Zweitwohnungsteuer ist eben nicht daran gekoppelt, dass der dort gemeldete Ehepartner die Wohnung überwiegend nutzt, sondern dass er sie überwiegend aus beruflichen Gründen nutzt. Auch eine unrechtmäßige Begünstigung von verheirateten Paaren gegenüber unverheirateten konnte der Bundesfinanzhof nicht feststellen. Die Begünstigung ist gerechtfertigt, da die eheliche Lebensgemeinschaft unter dem besonderen Schutz des Gesetzes stehe. Der Kläger war also erfolgreich und musste keine Zweitwohnungsteuer abführen, bzw. konnte diese zurückverlangen.    

Fazit:

In Hamburg entfällt eine Zweitwohnungsteuer, wenn ein Ehepartner die Wohnung aus überwiegend beruflichen Gründen nutzt. Auf diese Weise soll die eheliche Lebensgemeinschaft geschützt werden, auch wenn ein Ehepartner aus beruflichen Gründen für einige Tage in der Woche an einem anderen Wohnort leben muss. In der heutigen Lebenswirklichkeit ist dieser Zustand gar nicht so selten. Falls auch Sie in Hamburg leben und sich in einer ähnlichen Lebenssituation befinden, dann wenden Sie sich doch einfach an unsere kompetente Steuerkanzlei, um sich ausführlich zu diesem Thema beraten zu lassen. Wir freuen uns schon auf Sie.  

Steuern in der Gastronomie – Unsere Serie: Heutiger Fokus Personal

Coq au vin trotz Steuerabzüge – Wie führe ich mein Restaurant mit Erfolg trotz hoher Steuerabgaben?

Wer kennt es nicht: Am Monatsende schaut der Gastronom stolz auf seinen erwirtschafteten Umsatz und bekommt bei jedem Steuerabzug Bauchschmerzen, bis letztendlich nur noch ein geringer Umsatz per se überbleibt. Aus diesem Grund stellen wir euch heute 5 Tipps vor, durch die weniger Steuerabgaben im Bereich Personal erzielt werden können, ganz nach dem Motto: Auch wenn man die Sauce ändert und ein paar der Zutaten beim Coq au vin reduziert, schmeckt das Gericht trotzdem köstlich!  

Ist es „günstiger“ mit festangestellten Köchen oder Freiberuflern/Subunternehmern zu arbeiten?

Die Arbeitsverhältnisse in der Gastronomie sind generell immer wegen des Vorliegens einer Weisungsgebundenheit im Angestelltenverhältnis abzubilden. Gegenwärtig wird in der Gastronomie das Potenzial von Subunternehmen im Bereich Service/Küche verstärkt genutzt. der Einsatz von Zeitarbeitskräften im direkten Küchenumfeld erfordert sehr präzise Arbeitsanweisungen, einen hohen Schulungsgrad der Mitarbeiter und birgt daher für den Einsatz von Zeitarbeitskräften potenzielle Gefahren. Ausgewählte Tätigkeiten in indirekten Leistungsbereichen wie Logistik/Instandhaltung/Beschaffung sind hingegen durch die Arbeit von Freiberuflern bzw. Zeitarbeitskräften denkbar. Freiberufler haben viele Vorteile:

  • Ein Freiberufler wird nur bezahlt, wenn er einen Auftrag hat.
  • Er bringt das nötige Expertenwissen mit.

Es gibt aber auch einen Nachteil: Ein Freiberufler kostet in der Regel mehr im Stundensatz als ein Mitarbeiter, der festangestellt ist. Daher ist es ratsam solange mit Freiberuflern zu arbeiten, bis es preiswerter wäre, eine Person in Vollzeit einzustellen.

Kosten senken durch die richtige Personalplanung

Motivation und Fachkenntnisse sind die wichtigsten Grundlagen für jedes Unternehmen. Deswegen sollten bestimmte Faktoren und Anforderungen schon bei der Personalauswahl berücksichtigt werden. Dies spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten. Außerdem ist es wichtig, flexible Verhältnisse zu schaffen. Im Rahmen der Personalplanung stellen Minijobs große Vorteile dar, denn sie sind bei kurzfristigen Anstellungsverhältnissen kranken-, renten-, arbeitslosen- und pflegeversicherungsfrei. Der Arbeitgeber zahlt lediglich bei dauerhaften geringfügigen Beschäftigungen einen Pauschalbeitrag für die Rentenversicherung von 15% und für die Krankenversicherung in Höhe von 13%. Außerdem können (vor allem für die Anfangszeit), wie oben erwähnt, Freiberufler eingesetzt werden. Sie werden nur bezahlt, wenn sie einen Auftrag haben.  

Auswirkungen Mindestlohn auf Personalkosten

Die Auswirkungen des Mindestlohns müssen in Verbindung zum Umsatz und zu den Personalkosten bewertet werden. Grundsätzlich machen die Personalkosten ca. ein Drittel des Umsatzes aus. Es wurde errechnet, dass die Personalkosten in der Gastronomie von 2014 auf 2015 um 13 %  gestiegen sind.  Geschätzt sind zwei Drittel der Personalkostensteigerung in der Gastronomie mit dem Mindestlohn in Relation zu setzen. Diese Mehrkosten durch den Mindestlohn entsprechen in der Gastronomie ca. 3 % des Umsatzes. Besonders Kleinst- und Kleinbetriebe sind von der Einführung des Mindestlohns ökonomisch stark betroffen. Für sie liegt der Anteil an Mehrkosten durch den Mindestlohn mit Bezug zu den Personalkosten bei 13 %, während er bei Großbetrieben bei 3 % liegt. Um die Kosten dennoch gering zu halten könnte Folgendes getan werde:

  • Preise (moderat) erhöhen
  • Arbeitsprozesse optimieren und effizienter gestalten
  • Arbeitszeiten sinnvoll reduzieren
  • Öffnungszeiten und Serviceangebot einschränken, um Personal zu reduzieren
  • Fixkosten durch neue Technologien senken

Wir beraten Sie auch diesbezüglich gerne bei einem persönlichen Gespräch um für Sie den bestmöglichsten individuellen Ansatz zu finden!

Wie kann das Personal zum reduzierten Wareneinsatz beitragen?

Durch das Vermeiden von sofortigen Nachkäufen im Supermarkt kann Wareneinsatz verringert und dadurch können Abgabesteuern gemindert werden. Es empfiehlt sich, die für das Speiseangebot notwendigen Waren in Kategorien zu unterteilen, und entsprechend der Nutzungsmenge bzw. -häufigkeit zu unterscheiden. Die Beschaffung wird dann für die unterschiedlichen Kategorien standardisiert und mit dem Verbrauch synchronisiert. Eine erfahrene Fachkraft sollte für das Erstellen dieser Logik und das Einhalten des Standards verantwortlich gemacht werden. Eine weitere Maßnahme wäre der Küche einen Bonus zu zahlen, sobald der budgetierte Wareneinsatz unterschritten wurde. Ein Beispiel: Es werden Waren für 20.000 Euro eingekauft. Der Food & Beverage-Umsatz beträgt 100.000 Euro. Dies wären 20% des Wareneinsatzes. Es wurde aber mit 25% gerechnet und dementsprechend vorgegeben. Das bedeutet, dass 5.000 Euro an Einsparungen erzielt wurden. Wenn die Küche einen Prozentsatz der Differenz für z.B. einen Teamevent einsetzen darf, könnte ein effektives Anreizsystem für weitere Sparmaßnahmen durch das Küchenpersonal in Gang kommen.

Weitere allgemeine Steuertipps rund ums Personal?

Grundsätzlich können sämtliche Betriebsausgaben in der Gastronomie steuerlich abgesetzt werden. Ein Beispiel sind die Ladenmiete oder die Personalkosten. Ebenso können einmalige Kosten wie der finanzielle Aufwand für Messebesuche, die Teilnahme an Lehrgängen und Zusatzausbildungen sowie die Aufwände von Betriebsausflügen zum Teil oder sogar in vollem Umfang geltend gemacht werden. Es bestehen weitere Möglichkeiten bei der Steuergestaltung die im individuellen Fall erörtert werden müssen.   Die Steuerkanzlei Böttcher hat die steuerliche Beratung von Unternehmen aus dem Bereich der Gastronomie als Kernbereich erschlossen. Wir beraten eine Vielzahl an kleinen und mittelständischen Unternehmen der Gastro-Branche in Hamburg und über Hamburgs Stadtgrenzen hinaus. Unsere Erfahrung bzgl. der unterschiedlichsten Herausforderungen dieser Branche ist Basis für unsere Kompetenz und Voraussetzung als Ihr fähiger Partner für die Steuerlandschaft.   Telefonisch erreichen Sie uns unter der Nummer 040 / 411 60 62 – 70. Gerne können Sie einen Termin in unserer Kanzlei vereinbaren. Diese befindet sich in der Goernestraße 13 a in Hamburg. Wir freuen uns auf Sie!

BFH-Urteil zu Krankheitskosten: Kürzung um zumutbare Belastung ist verfassungsgemäß

In Hamburg, so wie in allen anderen deutschen Städten sind die Behandlungen durch die Ärzteschaft zumeist sehr kostspielig. Und nicht jede medizinische Leistung wird von den Krankenkassen übernommen. Krankheitskosten können grundsätzlich als außergewöhnliche Belastungen bei der Steuer berücksichtigt werden, jedoch nur, wenn die individuelle zumutbare Belastung überschritten wird. Diese Regelung wurde von einem Ehepaar angeprangert, das gegen die Ablehnung der Erstattungsfähigkeit von ihnen entstandenen hohen Aufwendungen durch das Finanzamt vorgegangen ist. Doch ihre Klage hatte vor dem Finanzgericht und dem Bundesfinanzhof keinen Erfolg (BFH-Urteile vom 02.09.2015: VI R 32/13, VI R 33/13).    

Wann sind Krankheitskosten steuerlich abziehbar?

Außergewöhnliche Belastungen durch die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen können nur dann in der Einkommenssteuer Berücksichtigung finden, wenn die zumutbare Eigenbelastung überschritten wird. In welcher Höhe die zumutbare Eigenbelastung ausfällt, hängt von den individuellen Einkommensverhältnissen ab. Grundsätzlich liegt die zumutbare Eigenbelastung bei 1 bis 7 Prozent der gesamten Einkünfte. Bis zu dieser Grenze können Krankheitskosten nicht steuerlich geltend gemacht werden.    

Worum ging es in der Klage vor dem Bundesfinanzhof?

Ein Ehepaar bezweifelte die Verfassungsmäßigkeit der Anwendung der zumutbaren Belastung in Bezug auf die Erstattungsfähigkeit von Krankheitskosten. Doch dieser Argumentation gaben weder die Richter am Finanzgericht, noch am Bundesfinanzhof statt. Zur Begründung führten die Richter aus, dass der Staat zwar dafür Sorge tragen müsse, dem einzelnen Bürger die Mindestvoraussetzungen eines menschenwürdigen Daseins zu ermöglichen und ihn bis zu dieser Grenze steuerfrei zu stellen. Doch obwohl dem Grunde nach auch Aufwendungen für die Kranken- und Pflegeversorgung bei der Berechnung des Existenzminimums Beachtung finden, ist hierbei auf das sozialrechtlich gewährleistete Leistungsniveau abzustellen. Aufwendungen, die nicht vom sozialhilferechtlichen Versorgungsniveau erfasst werden, sind somit auch kein Teil des zu gewährleistenden Existenzminimums. Somit ist die Kürzung um die zumutbare Belastung auch nicht verfassungswidrig.    

Fazit:

In Hamburg lebende Personen können zwar die Behandlung durch Ärzte, die nicht durch die Krankenkassen getragen werden, in der Steuer als außergewöhnliche Belastungen geltend machen, aber nur, wenn sie die zumutbare Belastungsgrenze überschreiten. Ärztliche Behandlungen werden wohl auch in Zukunft eine kostspielige Angelegenheit bleiben. Wir als professionelle Steuerkanzlei aus Hamburg, beraten Sie gerne zu dem Thema der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Behandlungen und der Berücksichtigung von Krankheitskosten in ihrer Steuererklärung. Kommen Sie doch einfach mal in unseren Büroräumen in Hamburg vorbei und tragen Sie uns ihr Anliegen vor. Wir freuen uns schon darauf Sie kennen zu lernen.  

Neues Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Kassensystemen

Neues Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Kassensystemen

Die Manipulation von Kassen ist für das Bundesministerium für Finanzen eine Problematik, die eine lange Vorgeschichte besitzt. Nach dem Willen des Ministeriums wird dem bald Einhalt geboten, um die jährlichen Steuerausfälle in Milliardenhöhe einzudämmen.  

Manipulation von Kassen – Problematik und Hintergründe

Im Bereich der Gastronomie und bei Geschäften und Unternehmen, die hauptsächlich Bargeldgeschäfte abwickeln, sind durch den Einsatz der bisher gängigen elektronischen Kassen die Möglichkeiten für Manipulationen Tür und Tor geöffnet. Die Finanzämter können nur teilweise die täglichen Einnahmen auf ihre Richtigkeit hin überprüfen. Diese Überprüfung kann auch durch eine Außenprüfung der Finanzämter nicht lückenlos erfolgen, weil die Manipulation von Kassen nicht ermittelt und nachgewiesen werden kann. Die Finanzämter können laut derzeitigen Stand der Dinge etwaige Stornierungen und deren Gründe nicht erkennen und auch nicht überprüfen. Zudem werden von den Inhabern der Kassen sprich von den Gastronomen diverse Programme und Software im Hintergrund verwendet, die nicht erkennbare Manipulationen und Veränderungen an den tatsächlichen Kassengeschäften vornehmen können. Die Manipulation von Kassen verursacht laut Schätzungen dem Bundesministerium für Finanzen einen jährlichen Schaden bzw. Steuerausfälle in Milliardenhöhe. Dieser Sachverhalt ist kein neuartiges Problem, vielmehr soll ein Jahrzehnt andauernder Praxisfall von Steuerhinterziehung beendet werden.  

Mit GoBD wird der Manipulation von Kassen ein Riegel vorgeschoben

Mit GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) werden nun vom Bundesministerium für Finanzen die Rahmenbedingungen für eine lückenlose Registrierung der Kasseneinahmen geschaffen und somit wird es bei einer Außenprüfung des Finanzamts möglich, jeden einzelnen Buchungsposten der elektronischen Kassengeräte nachzuvollziehen. Parallel dazu werden auch die rechtlichen Bestimmungen durch gesetzliche Ergänzungen in der Abgabenordnung komplettiert und dabei werden parallel zu den Aufzeichnungspflichten auf Papierform, nun der Paragraf § 146a AO-E hinzugefügt. Der Paragraf § 146a AO-E ist die IT-Version für die Aufzeichnungspflichten bei der Buchführung. Der grundlegende Gedanke des Gesetzes ist die Vorgabe, welche Voraussetzungen die elektronischen Kassensysteme in Zukunft besitzen müssen.  

Pflichten und Strafen bei Nichtbeachtung der gesetzlichen Vorgaben

Es muss vom Gastronomen bzw. Unternehmer die vorgegebenen  

  • Schnittstellen,
  • Speichermedien,
  • Zertifizierung von Schutz- und Sicherheitsvorkehrungen,
  • Einzigartigkeit und Unveränderbarkeit

der Kassendaten erfüllt werden, damit die Manipulation von Kassen in Zukunft nicht mehr möglich sein wird. Im Zuge dieser anstehenden Gesetzesänderung werden übrigens schon Kassensysteme, von den entsprechenden Unternehmen die dem GoBD entsprechen, angeboten und beworben. Damit eine nachträgliche Manipulation von Kassen unmöglich wird, werden vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Zertifizierung erarbeitet und abschließend vorgegeben, welche dann im oben genannten Paragrafen der Abgabenordnung verankert sein wird. Bei Zuwiderhandlungen wird in der Abgabenordnung § 379 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4-5 AO-E mit Bußgeldern von bis zu 25.000 Euro derjenige bestraft, welcher nicht seine Kassen mit der vorgegebenen Sicherheitstechnik ausrüstet oder vor Manipulation schützt.  

Fazit – Manipulation von Kassen

Mit der Gesetzesänderung soll nun die Manipulation von Kassen zukünftig verhindert werden und der technische Fortschritt der elektronischen Kassen samt der manipulativen Software in die Schranken verwiesen werden. Die ergänzenden und neuen Gesetze in der Abgabenordnung verschaffen bei diesem Sachverhalt eine absolute Klarheit im rechtlichen Sinne. Es besteht Klarheit in diesem Sinne, weil alle Schlupflöcher durch die vorgeschriebene Sicherheitstechnik vom Gesetzgeber geschlossen werden. Die Finanzämter können nun die Einnahmen chronologisch nachvollziehen und bei der Außenprüfung detailliert einzelne Geschäftsvorfälle einsehen und kontrollieren. Das Bundesministerium für Finanzen möchte ganz klar die Steuerhinterziehung bei der Nutzung von elektronischen Kassensystemen endgültig beenden.

Die Steuerkanzlei Böttcher hat die steuerliche Beratung von Unternehmen aus dem Bereich der Gastronomie als Kernbereich erschlossen. Wir beraten eine Vielzahl an kleinen und mittelständischen Unternehmen der Gastro-Branche in Hamburg und über Hamburgs Stadtgrenzen hinaus. Unsere Erfahrung bzgl. der unterschiedlichsten Herausforderungen dieser Branche ist Basis für unsere Kompetenz und Voraussetzung als Ihr fähiger Partner für die Steuerlandschaft.   Telefonisch erreichen Sie uns unter der Nummer 040 / 411 60 62 – 70. Gerne können Sie einen Termin in unserer Kanzlei vereinbaren. Diese befindet sich in der Goernestraße 13 a in Hamburg. Wir freuen uns auf Sie!

Steuergrundlagen: Was Sie über steuerliche Abschreibungen (AfA) wissen sollten

Abschreibungen sind im betrieblichen Rechnungswesen ein probates Mittel, um den Wertverlust eines Wirtschaftsgutes in Abhängigkeit von seiner Nutzungsdauer zu ermitteln. Das Prinzip der Abschreibung wird auch “Absetzung für Abnutzung” (AfA) genannt. Fast jeder Selbstständige, jedes Unternehmen und jeder Existenzgründer hat mit dem Thema Abschreibungen schon so seine Erfahrungen gemacht. Aus Sicht von Unternehmen und Selbstständigen sind Abschreibungen nicht immer von Vorteil, denn die anfallenden Investitionen müssen sofort beglichen werden, während die Anschaffungskosten erst wesentlich später geltend gemacht werden können. Steuerliche Abschreibungen haben aber nicht nur Nachteile, sondern können mit der nötigen Fachkenntnis auch zu Ihrem Vorteil genutzt werden.  

Warum ist das Thema Abschreibungen so wichtig?

Abschreibungen sind nicht nur im Steuerrecht von Bedeutung, sondern tangieren auch viele andere Bereiche des Sozial – und Wirtschaftslebens und nicht zuletzt das betriebsinterne Rechnungswesen. Das nach oben oder unten Korrigieren des erwirtschafteten Gewinns kann im Optimalfall zu niedrigeren Versicherungsbeiträgen oder höheren Sozialleistungen führen. Natürlich werden die Gewinnoptimierungen nur im Rahmen des Gesetzes vorgenommen. Daher ist es für die meisten Selbstständigen und Unternehmer in Hamburg, sowie im gesamten Bundesgebiet selbstverständlich, sich im Rahmen ihrer Buchführung an einen kompetenten Steuerberater zu wenden. Trotz der professionellen Beratung durch ein Steuerbüro ist es aber durchaus sinnvoll, sich mit den wichtigsten Eckpunkten zum Thema Abschreibungen auszukennen.  

Welche Gründe für Abschreibungen gibt es?

Gewöhnlicher Verschleiß kann genauso zu einem Wertverlust führen, wie Fehlinvestitionen oder neue technische Standards, welche die vorhandenen Anlagen weniger wertvoll erscheinen lassen. Auch rechtliche Ursachen wie der Ablauf von Verträgen oder grundlegende Gesetzesänderungen können zu einem Wertverlust führen. Investitionen zu tätigen ist in diesen Situationen sinnvoll, damit der eigene Betrieb wettbewerbsfähig bleibt. Durch die Abschreibung können die notwendig gewordenen Anschaffungskosten nun auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt werden.  

Die sinnvollsten Abschreibungs – Tipps

1. Die Anschaffungskosten langlebiger Wirtschaftsgüter, die netto auf einen Wert von über 410 Euro kommen, können nur über eine längere Periode von der Steuer abgesetzt werden 2. Verbrauchsmaterialien oder selbstständig nutzbare Warengüter, die keinen höheren Wert als 150 Euro haben, können als laufende Betriebsausgaben verbucht werden. Selbstständig nutzbare Warengüter, die netto auf einen Wert zwischen 150 und 410 Euro kommen, können im Jahr der Anschaffung ebenfalls vollständig abgeschrieben werden. 3. Das Führen eines Anlagenverzeichnisses ist bei Anschaffungen über 410 Euro dringend anzuraten 4. Es besteht die Pflicht, den Betrag der Abschreibung im Anschaffungsjahr Monat für Monat zu berechnen und genau aufzuschlüsseln. 5. Wenn der Gewinn Ihres Betriebes voraussichtlich die 100.000 Euro Grenze nicht überschreiten wird, dürfen Sie, sofern Ihr Betrieb klein oder mittelgroß ist, vorweggenommene Abschreibungen auf geplante Anschaffungen vornehmen. So können Sie den zu versteuernden Gewinn gezielt regulieren. Zudem können Sie im Anschaffungsjahr und in den folgenden vier Jahren eine bis zu 20-prozentige Sonderabschreibung vornehmen.  

Fazit

Abschreibungen sind ein wichtiger Bestandteil der Betriebswirtschaft und des nationalen Wirtschaftskreislaufes. Richtig eingesetzt können Abschreibungen Ihnen steuerliche und wirtschaftliche Vorteile verschaffen. Sollten auch Sie selbstständig sein oder ein Unternehmen leiten, das steuerrechtliche Beratung benötigt, stehen wir Ihnen jederzeit gerne mit Rat und Tat zur Seite. Egal ob Ihr Unternehmen seinen Sitz in Hamburg oder einen anderen deutschen Stadt hat, wir unterstützen Sie dabei, Ihren Jahresgewinn gezielt zu steuern. Kontaktieren Sie uns gerne per Telefon oder E-Mail – wir sind für Sie da. Ihr Steuerkanzlei Böttcher

Steuernews: Mindestlohn und die Auswirkungen

Steuernews: Der Mindestlohn und die Auswirkungen

Seit dem 01.01.2015 gilt in Deutschland ein Mindestlohn von 8,50€ pro Arbeitsstunde für alle Arbeitnehmer. Als Reaktion auf häufig wiederkehrende Anfragen die wir in unserer Steuerberatung erhalten, gehen wir hier auf die häufigsten Fragen ein: Frage 1: Was genau bedeutet €8,50 pro Arbeitsstunde? Werde ich nicht pauschal pro Monat vergütet. Das neue Mindestlohngesetz rechnet in tatsächlich erbrachten Arbeitsstunden. Dementsprechend sind auch bei einer monatlichen Vergütung immer die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden als Grundlage zu nehmen. Auch bei pauschalen Monatsentgelten muss dieses Entgelt auf die jeweilige Zeitstunde umgelegt werden. Frage 2: Meine Arbeitsstelle erfordert oft eine Rufbereitschaft. Zählt hier als tatsächlich geleistete Arbeit nun die gesamte Rufbereitschaft? Nein, im Falle einer Rufbereitschaft, wie z.B. bei Notdiensten, zählt nur die tatsächlich abgerufene Arbeitszeit. Die restliche Zeit der Rufbereitschaft steht dem Arbeitnehmer zur freien Verwendung sprich ist als Freizeit zu betrachten. Frage 3: Meine Beschäftigung unterliegt einem Tarifvertrag. Was gilt nun? Bei normalen Tarifverträgen gilt ab dem 01.01.2015 das Mindestlohngesetz. Eine Ausnahme bilden lediglich Tarifverträge, die den Mindestlohn unterschreiten und die entweder für In- und Ausländer durch allgemein verbindliche Erklärungen oder durch Rechtsverordnung nach dem Arbeitnehmerentsendegesetz erstreckt wurden. Frage 4: Gilt der Mindestlohn auch für Praktika? Hier muss grundsätzlich zwischen den beiden Arten von Praktika unterschieden werden:

  • Das Pflichtpraktikum Bei universitären Pflichtpraktika gilt der Mindestlohn nicht. Ausschlaggebend hierfür ist die Formulierung in der jeweiligen Prüfungsordnung. Sieht diese beispielsweise vor, dass ein Pflichtpraktikum von „mindestens drei Monaten“ abzuleisten ist, bedeutet dies für den Arbeitsgeber eine maximale Praktikumszeit von 3 Monaten unter Befreiung vom Mindestlohn. Wird der Praktikant über die geforderte Mindestzeit der Studienordnung beschäftigt, muss er in diesem Beispiel ab dem 4. Monat der Beschäftigung unter Berücksichtigung des Mindestlohns bezahlt werden.
  • Freiwillige Praktika Freiwillige Praktika unterliegen grundsätzlich dem neu eingeführten Mindestlohn von €8,50 pro geleisteter Arbeitsstunde.

  Fazit Grundsätzlich ist der zum 01.01.2015 eingeführte Mindestlohn für jede Branche und jeden Arbeitgeber verbindlich. Aber: wie so oft im Steuerrecht gibt es auch beim Thema „Mindestlohn“ Ausnahmen und Sonderfälle, die im jeweiligen Einzelfall von einem Fachmann geprüft werden sollten. Sollten Sie Fragen rund um das Thema „Mindestlohn“ oder allgemein zu ihren „Steuern“ haben, kontaktieren Sie uns gerne zu einem kostenlosen Erstgespräch. Ihre Kanzlei Böttcher  

Gewinn in einer GmbH: Möglichkeiten der Gewinnverwendung

Hat eine GmbH im Laufe eines Geschäftsjahres einen Gewinn erwirtschaftet, ist dies zunächst ein mal ein Grund zur Freude. Doch die daraus resultierende Frage wie mit dem Gewinn nun zu verfahren ist, kann schnell zu Konflikten zwischen den Gesellschaftern führen. Denn bevor es überhaupt zu einer Gewinnausschüttung kommen kann, müssen viele wirtschaftliche Faktoren und gesetzliche Regelungen Beachtung finden. Die Frage nach der Verwendung des erwirtschafteten Gewinns beschäftigt auch regelmäßig Kapitalgesellschaften in Hamburg. Da nach unser Beratungserfahrung eine hohe Relevanz besteht möchten wir gerne eine kurze Einführung in die Thematik geben, sowie erste vorbereitende Überlegungen bei Ihnen anstoßen.

 

Welche Faktoren sollten GmbHs in Hamburg vor der Ausschüttung von Gewinnen beachten?

Zunächst einmal sollten Sie oder ihr Steuerberater prüfen, ob ihr Gesellschaftsvertrag Vorschriften darüber enthält, wie mit einem erwirtschafteten Gewinn zu verfahren ist. Sollte dies der Fall sein, müssen diese Regelungen unbedingt umgesetzt werden. Außerdem sollte selbstverständlich darauf geachtet werden, dass durch eine Gewinnausschüttung das Stammkapital der GmbH nicht unterschritten wird. Zudem sollten Sie vor der Entscheidung für eine verlockend wirkenden Gewinnausschüttung daran denken, welche Konsequenzen dies für die Liquidität ihres Unternehmens haben könnte. Denn möchten Sie in näherer Zukunft einen Kredit aufnehmen oder eine neue lukrative Geschäftsbeziehung eingehen, kann das Polster einer Gewinnrücklage von Vorteil sein. Sollte der Gewinn jedoch in eine Gewinnrücklage eingestellt werden, kann es je nach der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens passieren, dass eine spätere Ausschüttung nicht mehr möglich ist. Ursache dafür können finanzielle Verluste der GmbH sein.

 

Wie ist das Vorgehen bei einer Gewinnausschüttung in einer GmbH?

Egal ob in Hamburg oder anderswo in Deutschland, bevor der Gewinn einer GmbH zu einem bestimmten Zweck verwendet werden kann, muss die Gesellschafterversammlung einen entsprechenden Gewinnausschüttungsbeschluss fassen. Für den Beschluss ist eine einfache Mehrheit ausreichend. Sollte eine einfache Mehrheit jedoch nicht erreicht werden, kann kein Gesellschafter alleine die Ausschüttung der Gewinne erzwingen, obwohl er grundsätzlich einen rechtlichen Anspruch auf die Ausschüttung des ihm zuzurechnenden Gewinns hat. Die entsprechende Vorschrift zu diesem Problemfeld findet sich im § 29 des GmbHG. Eine weitere Voraussetzung für die Auszahlung des Gewinns ist die fristgerechte Aufstellung des Jahresabschlusses. Auch daran sollten Sie als Unternehmer in Hamburg denken. Wurden die notwendigen Voraussetzungen für eine Gewinnausschüttung erfüllt und die GmbH hat die entsprechenden Gewinne anteilig an die Gesellschafter ausgezahlt, müssen diese als Kapitalerträge mit 25 % Abgeltungssteuer versteuert werden. Für einige Gesellschafter kann ein sogenanntes Teileinkünfteverfahren von Vorteil sein, bei dem der persönliche Steuersatz Anwendung findet. Über dieses Verfahren informiert Sie ihr kompetentes Steuerbüro in Hamburg sicher gerne.

 

Vorsicht vor verdeckten Gewinnausschüttungen

Die Finger lassen sollte man hingegen von sogenannten verdeckten Gewinnausschüttungen, die zum Beispiel als unangemessen hohe Gehälter an Gesellschafter gezahlt wurden oder sich in anderen gewährten Vorteilen dem Gesellschafter nahe stehender Personen niedergeschlagen haben. Im Rahmen von Betriebsprüfungen können diese verdeckten Gewinnausschüttungen festgestellt und vom Finanzamt geahndet werden.

 

Fazit

Bei der Verwendung von erwirtschafteten Gewinnen einer GmbH sollten die Argumente für und gegen eine Gewinnausschüttung sorgsam abgewogen und im Idealfall mit einem erfahrenen Steuerberater abgestimmt werden. Damit Sie nach der Gewinnausschüttung keine bösen Überraschungen erleben, beraten unsere kompetenten Mitarbeiter in unserem Büro in Hamburg Sie gerne über die abzuführenden Steuern und zeigen ihnen zudem Wege auf, wie Sie Geld einsparen können. Wir freuen uns darauf, Sie in einem ersten Beratungsgespräch kennen lernen zu dürfen.

Steuernews: Die Varianten der Studentenbeschäftigung

Steuernews: Die Varianten der Studentenbeschäftigung

Die Anstellung von Studenten im eigenen Unternehmen kann für Unternehmer und Studenten eine Win-Win-Situation darstellen. Im Idealfall erhält der Unternehmer Unterstützung durch eine junge und motivierte Arbeitskraft – die zudem bei Beachtung einiger Grundsätze auch noch bezahlbar ist. Der Student hingegen kann erste Erfahrung in der Praxis sammeln und seine an der Universität erlernte Theorie im Unternehmen sinnvoll anwenden. Ein Unternehmen welches bereits Studenten einsetzt oder über ihre Anstellung nachdenkt, sieht sich seit Beginn des Jahres 2015 zwangsläufig mit einigen neuen wichtigen Gesetzesänderungen konfrontiert – wir stellen Ihnen die verschiedenen Varianten und Wissenswertes vor: 1.    Sozialversicherung für Studenten Die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung eines Studenten ist abhängig von der Befristung des Arbeitsverhältnisses, der Höhe des Arbeitsentgelts und der wöchentlichen Arbeitszeit. Bei einer Beschäftigung im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung wird der Student nicht an Beitragszahlungen zur Sozialversicherungen beteiligt. Bei einer nicht mehr geringfügigen Beschäftigung wird der Student zwangsläufig an Beitragszahlungen beteiligt – eine Befreiung durch Nutzung einer Versicherung als Familienangehöriger einer gesetzlichen Krankenversicherung ist nicht möglich. 2.    Die geringfügige Beschäftigung Es wird zwischen der geringfügig entlohnten und der kurzfristigen Beschäftigung unterschieden. Beide Arten der Beschäftigungen sind grundsätzlich versicherungsfrei und es wird nicht zwischen Studenten und anderen Personenkreisen unterschieden. Die Ausnahme besteht jedoch in der Betrachtung des Rentenversicherungsanteils. Die befristete kurzfristige Beschäftigung über maximal 3 Monate bzw. 70 Kalendertage in einem Kalenderjahr ist beitragsfrei. In der geringfügig entlohnten Beschäftigung bis regelmäßig monatlich 450 EUR sind Beiträge zu zahlen: Der Arbeitnehmer zahlt anteilig Krankenversicherung (13%) und Rentenversicherung (15%), der Student ist verpflichtet Rentenversicherungsanteile in Höhe von 3,7% zu tragen – es sei denn er beantragt eine Befreiung der Rentenversicherungsbeiträge beim Arbeitgeber. Zusammengefasst liegt der Vorteil der geringfügigen Beschäftigung in der weiterhin möglichen Mitgliedschaft in der Familienkrankenversicherung: Diese ist für den Studenten beitragsfrei und somit bleibt am Ende mehr über vom Bruttolohn. 3.     Die Beschäftigung als Werksstudent Für den Arbeitgeber ist die Beschäftigung eines Werksstudenten die wohl günstigste Möglichkeit der Anstellung: Es fallen für das Unternehmen lediglich Rentenversicherungsbeiträge in Höhe von 9,35% an. Den gleichen Anteil hat der Student zu entrichten – welcher sich unter bestimmten Voraussetzungen für den Studenten jedoch noch verringern kann. Zu beachten sind für das Unternehmen jedoch die Bestimmungen zu den Arbeitszeiten des Studenten: Der Werksstudent darf max. 20 Stunden pro Woche eingesetzt werden – lediglich in der vorlesungsfreien Zeit besteht keine obere Grenze. Der Werksstudent ist nicht mehr berechtigt die Familien-Krankenversicherung in Anspruch zu nehmen. Stattdessen besteht die Möglichkeit der Nutzung einer beitragsreduzierten Krankenversicherung für Studenten (76,53 EUR / Monat zzgl. kassenindividuellen Zusatzbeiträgen). 4.    Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung Studenten, die im Unternehmen mehr als 20 Stunden wöchentlich beschäftigt sind, sind gezwungen die Sozialversicherungsbeiträge voll zu entrichten. Hier ergibt sich die bekannte Sozialabgabenverteilung in die Kranken-, Renten-, und Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Achtung Auch für Studenten gilt in der Regel der gesetzlich bestimmte Mindestlohn in Höhe von 8,50 EUR / Stunde. (Verlinkung zu Artikel: Mindestlohn). Es bestehen jedoch auch Ausnahmen: So besteht z. B. bei der Ausführung eines universitären Pflichtpraktikums kein Anspruch auf die Auszahlung des Mindestlohns. Fazit Die Beschäftigung von Werkstudenten kann insbesondere bei einer niedrigen Beschäftigungszeit pro Woche (<20 Stunden) und einer regelmäßigen Aufgabenstruktur hinsichtlich der abzuführenden Sozialabgaben lohnenswert sein. Aus Sicht des Unternehmens fallen reduzierte Beitragssätze an. Neben der frühzeitigen Bindung von gut ausgebildetem Nachwuchs werden somit auch noch überschaubare Sozialabgaben fällig. Es sollten vor dem Abschluss eines Studentenvertrages immer alle relevanten Dimensionen der Beschäftigung geprüft werden, damit mögliche individuell greifende Ausnahmenregelungen erkannt werden. Vereinbaren Sie gerne ein kostenloses Erstgespräch in unserer Kanzlei, um Ihren Fall persönlich mit uns zu besprechen. Wir freuen uns auf Sie. Ihre Kanzlei Böttcher